Arthouse

  • In a Violent Nature (USA 2024)

    Der Horror als ausgiebiger Waldspaziergang Der Slasher-Film ist gemeinhin kein Kritiker*innen-Liebling. Natürlich gibt es Ausnahmen, solche wie die Genre-Hommage wie gleichwohl -Renaissance „Scream“ (1996). Sie verzückte neben dem Feuilleton auch das Publikum. Wie selten diese Einigkeit bei der Meinungsäußerung ist, zeigt sich auch am bereits vor dem offiziellen Erscheinen hoch gehandelten „In a Violent Nature“….

  • Der Leuchtturm (USA/GB/BRA 2019)

    Wer sich im zeitgenössischen Kino nach der Abkehr vom konventionellen Horror sehnt, liegt bei den Produktionen von A24 genau richtig. Binnen weniger Jahre hat sich die Marke zur festen Instanz in Sachen kunstvollem Schrecken entwickelt. Maßgeblich dazu beigetragen hat Auteur Ari Aster, der mit „Hereditary“ (2018) und „Midsommar“ (2019) viel beachtete – und ebenso polarisierende…

  • Midsommar (USA/S 2019)

    „We think of life like the seasons.“ – Pelle Der Horror des Ari Aster („Beau is Afraid“) ist anders. Das bewies der 1986 geborene Filmemacher bereits mit seinem gefeierten Kinodebüt „Hereditary“ (2018). Der Schrecken seiner Werke ist nicht Mainstream-kompatibel. Das offenbart auch „Midsommar“, dessen meditative Inszenierung und nicht zuletzt der Fokus auf die psychologischen Aspekte…

  • Sonatine (J 1993)

    Kein Gangsterfilm wie jeder andere: In „Sonatine“ probt ‚Beat‘ Takeshi Kitano („Hana-Bi“) den entschleunigten Arthouse-Aufstand. Die Kinowerke des japanischen Multitalents sind schnörkellose Charakterstudien mit langen Kameraeinstellungen und bisweilen blutiger Gewalt. Die äußert sich bei Kitanos viertem Film als Auteur in fast statischen Action-Intermezzi, bei denen die Protagonisten regungslos verharren und den Finger um den Abzug…

  • The House That Jack Built (DK/S/D/F 2018)

    „Don’t look at the acts, look at the works.“ – Jack Lars von Trier ist ein Ausnahme-Regisseur. Im Arthouse-Kino gibt es kaum einen Zweiten, der mit seinen Werken – und als Person – derart polarisiert. Das verdeutlicht auch „The House That Jack Built“ (der Titel nimmt Bezug auf den gleichnamigen Kinderreim), in dem Serienmörder Jack…

  • The Green Knight (IRL/USA 2020)

    „Well done, my brave knight. Now… off with your head!“ – Der grüne Ritter Es wäre ein leichtes gewesen, die Geschichte von Sir Gawain als Heldenepos im Blockbuster-Stil zu erzählen. Doch Regisseur, Autor und Cutter David Lowery hatte anderes im Sinn. Der US-Filmemacher, der so unterschiedliche Werke wie „Elliot, der Drache“ (2016) und „A Ghost…

  • Parasite (ROK 2019)

    Mit seinem siebten Spielfilm „Parasite“ hat Bong Joon-Ho („The Host“) Kinogeschichte geschrieben. Die bitterböse südkoreanische Gesellschafts-Satire gewann 2019 nicht nur die prestigeträchtige Goldene Palme in Cannes, sondern heimste im Folgejahr, neben einem Golden Globe (als bestes fremdsprachiges Werk), auch vier Oscars ein – unter anderem in Hollywoods Königsdisziplinen „Bester Film“ und „Beste Regie“. Ein solcher…

  • Suspiria (I/USA 2018)

    Klassiker-Remakes bedeuten immer ein Risiko. Zwangsläufige Vergleiche mit dem Original treiben gemeinhin die eingefleischten Fans auf die Barrikaden, während zeitgemäße Anpassungen meist in einen Kniefall vor kommerzieller Leichtverdaulichkeit münden. Dass es anders geht, beweist Luca Guadagnino („A Bigger Splash“) mit „Suspiria“. Seine Neuverfilmung des Dario-Argento-Kultfilms von 1977 ist anders. Anders als andere Remakes – und…

  • Free State of Jones (USA 2016)

    „You cannot own a child of God.“ – Newton Knight Die Entwicklung von Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“) zählt zu den bemerkenswertesten Kapiteln der jüngeren Hollywood-Geschichte: Nach Anlaufschwierigkeiten mauserte er sich binnen weniger Jahre vom Comedy-Beau zum Oscar-geadelten Charakterdarsteller. Seine Darbietungen gewannen dabei massiv an Größe, während die Dimensionierung der Projekte meist beständig abnahm. Dass…

  • Gauguin (F 2017)

    Die Authentizität von Film-Biographien ist ein Trugschluss. Nicht allein in Hollywood unterliegen sie kreativen Freiheiten, die reale Personen und Ereignisse meist auf den Geschmack eines Massenpublikums zuschneiden. Die häufige Folge: Verfremdung, Verklärung und Banalisierung. Es gibt Werke, die spielen erfolgreich mit dieser Gemengelage. „The Social Network“ ist ein treffliches Beispiel. Andere hingegen scheitern daran. Edouard…

  • Die Grundschullehrerin (F 2017)

    Früher schien der Lehrerberuf einfach zu sein: Man unterrichtete Kinder und damit hatte es sich. Heute ist vieles anders. Pädagogen müssen Vorbild sein, Erziehungsbegleiter und manchmal sogar Elternersatz. Tag für Tag werden sie mit den Auswirkungen gesellschaftlicher Probleme konfrontiert und füllen bisweilen zwangsläufig die Funktion eines Sozialarbeiters aus. In „Die Grundschullehrerin“ wirft Hélène Angel („Hotel…

  • Macbeth (GB/F/USA 2015)

    Die Stücke William Shakespeares sind zeitloses Kulturgut. Der Filmindustrie dienten sie häufig als Vorlagen, wobei die Verwendung der originalen Blankverse aus kommerzieller Sicht – als Gegenbeispiel darf gern Baz Luhrmans „Romeo + Julia“ bemüht werden – heikel erscheint. Allerdings bilden die meisten von Shakespeares Werken zugegeben auch nur bedingt jenen Grundstoff, aus dem Hollywood-Träume gefertigt…

  • The Neon Demon (USA/F/DK 2016)

    „Beauty isn’t everything. It’s the only thing.“ – Sarno Schönheit ist nicht allein relativ, sondern auch vergänglich. Die von Modeindustrie und Magermodels vorgelebten Standards nähren ein gefährliches Trugbild, das insbesondere Frauen dazu verleitet, ihr Äußeres kontinuierlich zu hinterfragen. In „The Neon Demon“ widmet sich Regie-Exzentriker Nicolas Winding Refn („Drive“) dem Preis der Schönheit; erwartungsgemäß nicht…

  • No Turning Back (GB/USA 2013)

    „No matter what the situation is, you can make it good.“ – Ivan Locke Um ein Vielfältiges Rollenspektrum war Tom Hardy nie verlegen. Ob Blockbuster oder Independent-Produktion, der bullige Brite ist in allen Sujets ansässig. Allerdings liegen ihm fordernde Rollen und getriebene Figuren offenkundig mehr. Seichte Filme wie „Nichts als Ärger“ bilden eher die Ausnahme,…