Hard Cash (USA 2002)

hard-cashAls Quentin Tarantino mit „Pulp Fiction” den ultimativen Kultfilm einer ganzen Dekade vorlegte, ließ sich kaum erahnen, dass bereits kurz nach diesem gigantischen Siegeszug zahllose Schmalspurregisseure und Gossenautoren auf den fahrenden Zug aufspringen und dem Zuschauer in Windeseile ihre Version des humoristischen Killerbüffets auftischen würden. Sicherlich gesellte sich der ein oder andere brauchbare Ausflug ins Land der überstilisierten Mordbuben hinzu, doch erschwert eine Unterhaltungsüberschwemmung objektive Abstriche in höchstem Maße. Jedoch sollen Werke wie „Love & a 45.”, „Das Leben nach dem Tod in Denver” oder „2 Tage L.A.” nicht unerwähnt bleiben.

Ende der neunziger ebbte dann die erste Woge des Überflusses glücklicherweise ab und hinterließ bei jedem Gang zur Videothek an der Ecke einen faden Beigeschmack bei der kritischen Bemusterung frisch hereingewehter Verleihpremieren. An jenem Zustand hat sich bis dato im Grunde nicht viel geändert. Einzig die Zahl unbrauchbarer Filme auf dem Niveau der Tagessuppe beim Italiener gegenüber steigt stetig an. Wen diese Argumentation nicht überzeugt, der möge bitte unverzüglich den Weg zum nächsten Filmfachverleih antreten und seinem Horizont den geistlosen Streifen „Hard Cash” hinzufügen! Denn auch jener suhlt sich mehr schlecht als recht im Schlammbad der Klischees abgebrühter Gangster und fintenreicher Gesetzloser auf der Suche nach ihrem Platz im Leben.

Nach einem fehlgeschlagenen Coup landet der abgebrühte Kleingangster Taylor (Christian Slater, „Windtalkers”) im Knast. Ein Jahr später, nach seiner Entlassung, kehrt er in den Schoß seiner Geliebten Page (Sara Downing, „The Forsaken”) zurück. Um Freundin und Tochter jedoch den Fängen des tristen Lebens einer Wohnwagensiedlung zu entreißen, steigt Taylor bereits kurz darauf wieder ins krumme Geschäft ein. Mit Hilfe seiner Kumpane Rock (Bokeem Woodbine, „3000 Miles to Graceland”) und Eddie (Rod Rowland, „The 6th Day”), sowie dessen Bruder Butch (Balthazar Getty, „Lost Highway”) nebst Freundin Virginia (Darryl Hannah, „Angriff der 20 Meter Frau”) überfällt der frischgebackene Ex-Knacki ein Wettbüro.

Doch die Freude über die Beute von zwei Millionen Dollar ist nur von kurzer Dauer, sind die Scheine doch vom FBI registriert und offentsichtlich von Staatsdiener Cornell (Val Kilmer, „Batman Forever”) zwecks Geldwäsche in jenem Wettbüro platziert worden. In der Folgezeit hat Taylor alle Hände voll zu tun, seine ungeduldigen Mitstreiter bei Laune zu halten und obendrein seine von Agent Cornell entführte Tochter zu befreien. Denn als Gegenleistung für das Leben des Kindes soll die Bande einen prallgefüllten Geldtransporter überfallen, um sich von ihrer Schuld reinzuwaschen.

Der von Predrag Antonijevic („Savior”) inszenierte Streifen verbindet schlicht alles, was einen unterirdischen Film der B-Kategorie ausmacht, angefangen bei kaum nachzuvollziehenden Handlungsweisen der erstaunlich namhaften Akteure über krude Dialoge bis hin zu kaum ausgeloteter Dramaturgie. Darüber hinaus erscheinen die spärlich eingestreuten Actionsequenzen erschreckend billig und lustlos heruntergekurbelt. Die Hollywoodstars Val Kilmer und Christian Slater, die bereits in Tony Scotts Kult-Thriller „True Romance” gemeinsam vor der Kamera standen, liefern im Vorbeigehen die wohl schwächsten Leistungen ihrer ohnehin stagnierenden Karrieren ab, während selbst gestandene Mimen wie William Forsythe („Palookaville”) und „Mini-Me” Verne Troyer in lächerlichen Nebenrollen regelrecht verheizt werden.

So ist „Hard Cash” nichts weiter als ein plumpes Abziehbild renommierter Gangsterfilme, unausgegoren und vorhersehbar. Was knallhart und gewollt überstilisiert gedacht war, verpufft im Zuge akuter Lächerlichkeit und handwerklichem Unvermögen. Wer also sein Geld nicht krampfhaft zum Fenster rauswerfen muss, sollte um diesen ärgerlichen Schund einen weiten Bogen schlagen.

Wertung: 2 out of 10 stars (2 / 10)

 

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