Mindhunters (USA/GB/FIN/NL 2004)

mindhuntersVor einigen Jahren galt Renny Harlin als Garant für gute Actionfilme. Sein Einsatz und Engagement, die weibliche Hauptrolle mit seiner damaligen Lebensabschnittsgefährtin Geena Davis zu besetzen, sorgte jedoch meist für kommerziellen Schiffbruch. Passenderweise wiederfuhr dies seiner „Piratenbraut”, die nicht nur als einer der teuersten Flops in die Kinogeschichte einging, sondern auch gleich noch das Filmstudio Carolco ruinierte. Allerdings lieferte Harlin mit „The Long Kiss Goodnight” (auch mit Gattin Geena gefloppt), „Cliffhanger”, „Stirb langsam 2″ oder „Ford Fairlane” kurzweilige bis hochkarätige Unterhaltung ab und glänzte vor allem durch imposante Explosionsorgien. Doch der Herbst seiner Karriere schien erreicht, es folgte der Totalausfall in Form des Motorenheulers „Driven”, der Harlin jedoch nicht gänzlich umwarf. In Form des Thrillers „Mindhunters” und demnächst „Exorzist – The Beginning” wurde ihm die große Leinwand noch nicht ganz verwehrt.

Bei erwähntem „Mindhunters” ist Harlin aber nicht die einzige Person, die ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat, denn auch Christian Slater („Windtalkers”) und Val Kilmer („Heat”) zählte man vor einigen Jahren noch zur Elite von Hollywood. Ansonsten sind diese in großen Produktionen eigentlich gar nicht mehr zu sehen und auch hier liefern sie nicht wirklich einen Beweis dafür ab, dieses zukünftig noch einmal zu ändern, wenngleich es schon fast sympthomatisch ist, dass ihnen nur einige Minuten der Laufzeit gewährt werden. Die Geschichte führt eine mehrköpfige Gruppe junger Nachwuchsprofiler (u.a. L.L. Cool J, „Rollerball”) für eine abschließende Übung ihrer Ausbildung auf eine verlassene Insel. Auf der müssen sie einem von ihrem Vorgesetzten Jake Harris (Kilmer) initiierten Serienmörder auf die Schliche kommen. Doch inmitten ihrer Suche in dem fingierten Rollenspiel geraten sie selbst ins Visier eines richtigen Mörders, der die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Gruppenmitglieds nur allzu gut zu kennen scheint. Diese versuchen nun mittels ihrer Fähigkeiten und unter dem Einsatz der ihnen zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel herauszufinden, wer der Mörder ist. Denn letztlich kann es nur einer von ihnen sein.

Solide Inszenierung, mäßige Spannung und Darsteller, aber doch nicht gänzlich am Ziel vorbeigeschossen. Die Geschichte einer Gruppe von Nachwuchs-Profilern, die selbst in Kreuzfeuer eines Irren geraten, ist sicherlich nicht so schlecht, allerdings kommen die Macher nicht umher, jedes noch so kleine Klischee mitzunehmen und manchmal wirkt die Geschichte gelinde gesagt ziemlich doof. Das fängt erst einmal beim bunt zusammengewürfelten Azubi-Haufen an, in dem sich selbstredend die unterschiedlichsten Charaktere tummeln, angefangen vom Leader über einen Rollstuhlfahrer bis hin zum Weibchen mit Vergangenheitsbewältigung oder die toughe Einzelgängerin. Die Fallen, die der Mörder seinen Opfern stellt, sind zwar immer schön herausgearbeitet und auch nicht unblutig, doch wirken diese auch ein wenig zu übertrieben. Hier und da wird mal eine falsche Fährte gestreut, um den Zuschauer zu verunsichern bzw. ihn von einer Ecke des Dorfes in die andere zu treiben. Doch auch dieses „Falsche-Fährte-Spiel“ langweilt irgendwann. Die Auflösung passt sich dem Geschehen dann artig an und wirkt hanebüchen wie etliches bislang gesehenes, doch ist „Mindhunters“ auch nicht langweilig und hat so ähnlichen Vertretern wie dem zuletzt veröffentlichten „Taking Lives“ so zumindest ein wenig was voraus.

Die düstere Atmosphäre, hier und da ein kleiner Überraschungsmoment und auch der anständige Blutzoll sorgen für Kurzweil, der über die offensichtlichen Schwächen meist hinwegtäuschen kann. Freuen darf man sich auf jeden Fall auf ein Wiedersehen mit Christian Slater als Profiler mit Führungsqualitäten, die ihm jedoch schnell zum Verhängnis werden. Man darf sich schon fragen, warum er sich für solch kleine Rollen verheizen lässt. Doch die gleiche Frage darf getrost auch an das ehemalige Hollywood-Extrem Val Kilmer weitergegeben werden, der früher beachtliche Leistungen zeigte und dem man eigentlich mehr zugetraut hätte als Videotheken-Ramsch wie „Hard Cash“. Beide beehren die Leinwand und den Zuschauer aber nur für kurze Zeit, mehr Freude hat man da schon am ehemaligen Rapper LL Cool J, der zwar nicht gut schauspielern kann, zumindest aber gewisse Sympathien auszustrahlen vermag. Als undurchsichtiger Möchtegern-Chef im Ring stellt sich Jonny Lee Miller heraus, der vor knapp 10 Jahren mal Angelina Jolie in „Hackers“ knutschen durfte und der hier bemüht, aber auch glanzlos Akzente setzen möchte. Alles in allem ist „Mindhunters“ erträglich und vor allem nicht langweilig, wenn einem hier auch auf der anderen Seite manchmal richtiger Mumpitz verkauft wird. Doch richtig gute Serienkiller-Filme hat es in letzter Zeit nicht gegeben und so rangiert dieser irgendwo zwischen annehmbar und belanglos.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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