Ticker (USA 2001)

tickerNeben dem mäßigen Comeback-Versuch „Exit Wounds” erscheint in diesem Monat ein weiterer Film mit Nicht-Schauspieler Steven Seagal. Doch wurde jener „Ticker” noch vor Warners Versuch gedreht, das in niederste Action-Gefilde abgedriftete Handkanten-Kotlett zu reanimieren. Im neuesten Streich von „Ausname-Regisseur” Albert Pyun, seines Zeichens verantwortlich für krude Machwerke wie „Nemesis” oder  „Cyborg” mimt Seagal einen Bombenexperten, der zusammen mit einem Cop (Tom Sizemore) versucht, einem wahnsinnigen Bombenleger (Dennis Hopper) das Handwerk zu legen.

Mehr Worte gibt es über den hanebüchenen Ablauf dieses Streifens nicht zu verlieren. Die gebühren vielmehr Schmalspur-Filmemacher Albert Pyun, der seinem gänzlich sinnfreien Film immer wieder mit Stunts wie aus dem Yps-Heft, Explosionen wie aus dem Chemie-Baukasten und Dialogen jenseits jeder Sinnhaftigkeit garniert. Die erschreckend billigen Actionszenen und die übliche stümperhafte Schnitttechnik tragen ebenfalls ihren Teil zum Gesamteindruck bei, daß jede Rosamunde Pilcher-Verfilmung noch aufregender erscheint.

Bei Woody Allen besitzen gelegentlich eingestreute Schnittfehler eindeutig ihren Reiz, bei Pyun unterstreichen sie einfach nur den überbordenden Dilettantismus. Aber es tun sich wahrlich nicht nur inszenatorische, sondern auch schauspielerische Abgründe auf. Für die sorgen neben Seagal, der Personifizierung des mimischen Minimalismus noch der sonst honore Tom Sizemore („Heat”), der sich hier gekonnt in die Steinzeit zurückspielt, und die ehemalige Schauspielchoryphäe Dennis Hopper („Easy Rider”), der ja nicht erst seit gestern für ‘ne handvoll Kleingeld jeden Scheiß spielt. Das Möchtegern-Skandal-Rapper Ice-T einen Cameo- Auftritt als Scherge des Bombenlegers absolviert, bildet den Schlusspunkt einer Auflistung, die diesen Film als reine Zeitverschwendung ausweist.

Wertung: (2 / 10)

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