Lara Croft: Tomb Raider 2 – Die Wiege des Lebens (USA/GB/D/J/NL 2003)

lara-croft-tomb-raider-2-die-wiege-des-lebensNachdem der erste Ausflug von Videospiel-Heldin Lara Croft auf die große Leinwand zumindest aus kommerzieller Sicht ein Erfolg war, ließ ein zweiter Teil nicht lange auf sich warten. Angelina Jolie verkörpert auch hier wieder die abenteuerlustige Archäologin und Forscherin, die sich rund um den Erdball abermals mit miesen Schurken und aufwendigen Fallen herumschlagen muss. Ziel der Begierde ist in „Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ die mächtige „Büchse der Pandora“, die es zu Beginn mittels einer anstrengenden Bergungsarbeit vor Griechenland zu finden gilt.

Das Unterfangen wird jedoch durch den chinesischen Gangster Chen Lo (Simon Yam) gestört, der nicht nur einige von Laras Weggefährten unter der Wasseroberfläche im versunkenen Tempel Alexander des Großen ermordet, sondern auch in den Besitz einer Kugel gelangt, die den Weg zur magischen Büchse weisen soll. Chen Lo will die Kugel jedoch nicht für sich, sondern diese an den Wissenschaftler und Biowaffen-Experten Dr. Reiss (Ciaran Hinds) verkaufen, der nicht weniger als die absolute Weltherrschaft erringen will. Vom britischen Geheimdienst MI6 engagiert, soll Lara nun die Gefahr abwenden, die Kugel sicherstellen und vor allem die Büchse der Pandora geschlossen halten. Gemeinsam mit ihrem alten Liebhaber, dem inhaftierten Ex-Agenten Terry (Gerard Butler), macht sich Lara zu Wasser, zu Lande und in der Luft auf, ihren zahlreichen Widersachern das Handwerk zu legen.

Mit seinem Regiedebüt „Speed“ schuf das ehemalige Kamera-Ass Jan de Bont einen Klassiker des Actionfilms. Dessen Qualität erreichte er in der Folge mit Werken wie „Speed 2“ oder „Das Geisterschloss“ nicht annähernd. Beim zweiten Leinwand-Abenteuer von Action-Heldin Lara Croft nahm er statt Simon West auf dem Regiestuhl Platz. Der Erstling enttäuschte ein wenig, da es dem etwas plump inszenierten Abenteuerfilm vor allem an Esprit mangelte. Doch auch die Titelheldin wies Defizite auf, was nicht unbedingt an Angelina Jolie („Girl, Interrupted“) lag. Sie ist die Idealbesetzung der Pixel-Heldin, wurde vom mauen Skript aber mitunter im Stich gelassen. Im zweiten Streich (Drehbuch: Steven E. de Souza, „Stirb langsam“) wollte man vieles anders machen, was zumindest stellenweise auch gelungen ist.

Lara ist eindeutig menschlicher geworden und neigt auch mal dazu, wenn auch nur ansatzweise, Gefühle zu zeigen. Dies ist inmitten der zahlreichen Action-Einlagen nicht immer ganz einfach, doch merkt man ihr einen größeren Spaß an der Sache durchaus an. Der Rest des Ensembles besteht aus mehr oder minder unbekannten Darstellern, lediglich das Mitwirken von Simon Yam („Bullet in the Head“), Djimon Hounsou („Gladiator“) und Til Schweiger („Replacement Killers“) bleibt erwähnenswert. Mangelte es im ersten Teil noch ein wenig an Action, so können sich Blockbuster-Fans an aufwendig inszeniertem Krawall sowie unzählige Verfolgungsjagden, Stunts und Schießereien auf der ganzen Welt ergötzen. Diese ist zudem noch herkömmlich gemacht, so dass auf CGI-Spielereien weitgehend verzichtet wurde.

Schwächen gibt es dafür wieder beim Drehbuch zu verzeichnen. Einige Szenen schreien förmlich Trash heraus, doch kann man in diesem bunten Popcorn-Action-Einerlei über die ein oder andere fast peinliche Szene (Hai, U-Boot, der hölzerne Til Schweiger) mit etwas Wohlwollen hinwegsehen. Sicherlich ist „Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ kein Meilenstein, doch immer noch solide Unterhaltung ohne jeglichen Tiefgang. Für einen gemütlichen Abend auf der Couch reicht das allemal.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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