American Samurai (USA 1992)

americansamuraiDer gebürtige Hawaiianer Marc Dacascos verfügt über Charisma, versierte Martial-Arts-Fähigkeiten und Schauspieltalent. Trotzdem bewegt sich seine Karriere meist auf den Pfaden formelhafter B-Movies („The Base“). Erinnerungswürdige Rollen wie jene in der Manga-Verfilmung „Crying Freeman“ (1998) oder dem Fantasy-Spektakel „Pakt der Wölfe“ (2001) änderten daran bislang wenig. Einen der ersten größeren Auftritte absolvierte Dacascos als Schurke im platten Action-Vehikel „American Samurai“, wo er mit finstrer Miene gegen David Bradley („Cyborg Cop“) ins Gefecht zog.

Seit dem Tod der Eltern wurde Andrew Collins (Bradley) von der Familie des Schwertmeisters Tatsuya (John Fujioka, „Schlacht um Midway“) aufgezogen. Über die Jahre erlernte auch Andrew die Kunst des Kampfes und soll als Ehrerbietung des Ziehvaters das Schwert der Familie erhalten. Sehr zum Unwill von Tatsuyas leiblichem Spross Kenjiro (Dacascos), der lieber den unrühmlichen Pfad eines Yakuza-Gangsters einschlägt. Als er die Waffe aus Rache stehlen lässt, verfolgt Andrew die Spur des Halbbruders bis in die Türkei, wo er in ein brutales Turnier auf Leben und Tod gerät.

Die Produktionsstätte Cannon Films bescherte uns den „American Ninja“ (1985) – im Deutschen mit „American Fighter“ betitelt –, warum also auch nicht den „American Samurai“? Regisseur Sam Firstenberg („Night Hunter“) inszenierte beide Filme mit routinierter Fokussierung auf die ausufernden Actionpassagen. Im Gegensatz zum eher unblutigen erstgenannten Michael Dudikoff-Vehikel strotzt sein „American Samurai“ jedoch vor Brutalität und unnötiger Härte. Gliedmaßen werden abgeschlagen, Körperflüssigkeit verspritzt und Originalität mit einem Schwerthieb beiseite gefegt.

David Bradley liefert in der Rolle des wackeren Helden eine gewohnt fade Darbietung ab, die aufgrund des ganzheitlich schwachen Ensembles aber kaum ins Gewicht fällt. Neben Valerie Trapp („Stigmata“) tritt auch der im April 2005 verstorbene Rex Ryon („Blue City“) in Erscheinung. Unter den Kämpfern der verlustreichen Arenaduelle findet sich neben den versierten Stuntmen Ron Vreeken („Mission: Impossible 2“) und Antony Szeto („Sniper – Der Scharfschütze“) auch Action-Choreograph Dion Lam („Infernal Affairs“), der sich in namhaften Produktionen wie „The East is Red“ (1992) und „Matrix“ (1999) verdingte.

„American Samurai“ ist ein gewaltreicher Actionfilm mit verbeulten Visagen und gebrochenen Knochen en masse. Die Turnierkämpfe – bei dem mal wieder die toughesten Recken des Erdenrunds aufeinander prallen – sind ansehnlich gestaltet, bieten aber abseits der teils herben Schlachtplatte nichts wirklich neues. Fans blutgetränkter B-Streifen dürften dennoch auf ihre Kosten kommen. Aber Vorsicht ist geboten, ließ die Bundesprüfstelle bei der Zensur des Films doch ähnliche Kompromisslosigkeit walten, wie die Protagonisten bei der Beseitigung ihrer Gegnerschaft.

Wertung: (4 / 10)

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