Night Hunter (USA 1986)

nighthunterIn den Achtzigern war er ein Actionstar, eine feste Größe neben den Van Dammes, Lundgrens und Norris`. Dass er eigentlich gar nicht kämpfen konnte, jener „American Fighter“ Michael Dudikoff, fiel uns in der jugendlichen Verblendung und der schleichenden Privatisierung des Fernsehens gar nicht auf. Und so hinterließ das ehemalige Jeansmodel seine Spuren in der Geschichte des Films, des B-Films wohlgemerkt, und avancierte in der Ära des Unsummen verschwendenden Cannon-Studios zur festen Instanz.

Als tapferer Recke prügelte er sich nicht nur durch drei Teile besagter „American Fighter“-Reihe und den Dschungel Vietnams („Platoon Leader“), sondern fand seine Widersacher auch in den Sümpfen Louisianas. Denn dort gilt es als „Night Hunter“ einer Gruppe reaktionärer Menschenjäger das Handwerk zu legen. Die zählen zur ultrarechten Bruderschaft Pentangle, so dass ihnen der schwarze Senatskandiat Larry Richards (Dudikoffs bewährter Sidekick Steve James, „McBain“) schon naturgemäß ein Dorn im Auge ist.

Nach einleitender Erlegung menschlicher Beute durch Pentangle widmet sich der bewährte Krawall-Regisseur Sam Firstenberg („American Samurai“) der Bedrohung Richards und seiner Familie. Freund Matt Hunter (Dudikoff), wie der Kumpan ehemaliger CIA-Agent, steht ihm zur Seite. Doch auch er kann nicht verhindern, dass die militanten Fanatiker während der Mardi Gras-Parade angreifen und einen von Richards Söhnen töten. Als zur Halbzeit auch er, aus Feindesmund verächtlich „Lumumba“ oder „Dachpappe“ genannt, gewaltsam aus dem Leben scheidet, schreitet Doug (gezwungenermaßen) zur Tat.

Denn Pentangle-Vorredner Glastenbury, gewohnt einsatzfreudig verkörpert von John P. Ryan („Delta Force 2“), lässt die kindliche Schwester des Gegners entführen, um ihn zur finalen Treibjagd in die Sümpfe zu locken. Schauspielerisch hat Dudikoff dem Kollegen Ryan wenig entgegen zu setzen. Exemplarisch zeigt sich dies beim schlussendlichen Aufeinandertreffen der beiden in Glastenburys Herrschaftssitz. Nachdem der Finsterling vom dreckverkrusteten Helden eine verpasst bekommt, greift er sich provozierend (und offenkundig improvisiert) in den Schritt und lässt gespielt beeindrucktes Gelächter über seinen Gegner kommen.

Aber auch ohne den herausragenden Ryan ist Firstenbergs schnörkelloser Brutalo-Actioner ein sehenswerter und erstaunlich atmosphärischer Genrebeitrag. Die üblichen Klischees werden mit dem Überfall auf das Farmhaus und dem Ableben von Co-Held Richards zumindest zeitweilig ausgehebelt, die stimmungsvoll inszenierte Hetze in den Cajuns stellt eine Klimax klassischer Bauart. Originell ist „Night Hunter“ wie trocken‘ Brot, als knallharter und gänzlich humorloser Reißer überzeugt er aber vor allem durch die grimmigen Tonlage und derb brutale Shoot Outs. Noch vor dem ersten „American Fighter“ Dudikoffs Bester!

Wertung: (6,5 / 10)

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