Wrong Turn 6: Last Resort (USA 2014)

wrong-turn-6Das mordlüsterne Hinterwäldler-Trio ist zurück. Schon wieder, möchte man raunen. Denn mit „Last Resort“ macht die „Wrong Turn“-Reihe das halbe Dutzend voll. Die Qualitäten des Horror-Franchises beschränken sich seit der ersten Fortsetzung auf billigen Look und grobe Gewalt. Für die anspruchsresistente Klientel auf der Suche nach schnellen Blutschocks mag das noch tolerierbar sein, im Geiste der Slasher-Übersättigung der 80er wird aber kaum mehr als die ständige Wiederholung desselben Films praktiziert. Nichts anderes war auch von Valeri Milevs („Re-Kill“) betont ironiefreiem Aufguss zu erwarten. Nur gesellt sich zur Beliebigkeit diesmal noch akute Langeweile hinzu.

Der Auftakt schlägt zunächst den Weg der (Prequel-)Vorläufer ein, wenn ein Mountainbiker-Pärchen nach dem Nackedei-Abstecher in eine Waldquelle von den degenerierten Freaks rüde ausgemerzt wird. Danach passiert aber erst einmal gar nichts. Neue Opfer werden eingeführt, die mit dem dullen Danny (Anthony Ilott) in die tiefste Provinz juckeln, damit der ein unverhofft geerbtes Wellness-Hotel begutachten kann. Der Komplex ist sichtlich in die Jahre gekommen und birgt – wie sollte es anders sein – ein dunkles Geheimnis. Denn Jackson (Chris Jarvis, „The Shattering“) und Schwester (oder Cousine) Sally (unterirdisch: Sadie Katz, „Cage of Glory“), die Betreiber der großräumigen Absteige, umgarnen Danny nicht ohne Hintergedanken mit familiärer Zuwendung. Schließlich ist er es, der als Auswärtiger die Blutreinheit der inzestuösen Sippschaft in die nächste Generation tragen soll.

Damit der Plan entgegen der Fürsorge von Dannys Freundin Toni (Aqueela Zoll, „Hänsel vs. Gretel“) aufgeht, will das mies maskierte Kannibalen-Dreigestirn in Schach gehalten werden. Daraus resultiert Leerlauf, der durch die Klischee-Figuren zwischen Geilheit und Kifferwahn nur mehr angeheizt wird. Gelungen ist neben der Kulisse lediglich die Parallelmontage der Jagd auf Wild und Sheriff. Der Rest ist geschwätzig und insgesamt mit mehr Sex als Gewalt angereichert. Zwar versucht Milev auf der Zielgeraden in Sachen Grausamkeit aufzuholen, präsentiert aber lediglich müdes Standard-Gemetzel mit bemüht einfallsreicher Note (als Krönung soll ein tödliche Einlauf dienen). Dass die Splatter-Einlagen diesmal von Zensureingriffen verschont blieben, ist ein denkbar schwacher Trost. So bleibt es bei ein bisschen Gore, ein bisschen Eingeweidekauen und weitreichend ödem Backwood-Geplänkel. Das Qualitätslevel der Serie wird damit konstant niedrig gehalten.

Wertung: (3 / 10)

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