Wrong Turn 5: Bloodlines (USA 2012)

wrong-turn-5So lange sich mit etablierten Horrorfilm-Figuren moderate Gewinne einfahren lassen, werden diese auch am Leben gehalten. Oder eben im Prequel-Modus reanimiert. Von der deformiert-degenerierten Menschenfresser-Hinterwaldsippe aus „Wrong Turn“ war nach der zweiten Videotheken-Fortsetzung des Originals nur noch einer übrig. Folglich griffen die Produzenten mit Teil vier in der Zeit zurück und rollten den blutigen Werdegang der drei Kannibalen One Eye, Saw Tooth und Three Finger einfach von vorn auf. Ideenreich ist das mitnichten, aber immerhin lassen sich so beliebig viele Vorgänger-Nachklapps nach ewig gleicher Bauart auf den Weg bringen.

Deren nächster Streich ist „Wrong Turn 5: Bloodlines“, der als Setting ein Halloween-Fest in der Provinz auffährt, bei dem das mörderische Freak-Trio unbemerkt der Mordlust frönen kann. Das Budget ist wieder erkennbar niedrig, wofür neben den Masken der Hillbilly-Mutanten auch die namenlose Besetzung steht. Markanter Reizpunkt ist dabei Doug Bradley, der als Pinhead in den „Hellraiser”-Filmen Berühmtheit erlangte, ohne Maske aber kaum zu erkennen ist. Er spielt Maynard, einen gesuchten Mörder und Quasi-Vormund der kannibalischen Killer aus dem Unterholz. Allerdings ist seine Rolle durch frühzeitige Knasteinfuhr von beschwörenden Phrasen in „30 Days of Night“-Manier geprägt.

Die typischen Alibi-Protagonisten werden zusammengewürfelt, als jener Maynard einer Gruppe Jungspunde auf dem Weg zu besagtem Kostüm- und Sauffest vors Auto hopst. Bevor die drei Helfer aus dem Wald zum angestrebten Blutbad ausholen können, greift Sheriff Angela (Camilla Arfwedson, „Die Herzogin“) ein und nimmt sowohl den gesuchten Maynard als auch die mit üppigem Marihuana-Vorrat auf Ausschweifung gepolten Jünglinge mit. In der Anonymität der Karnevals-Festivität wollen die deformierten Waldschrate den Komplizen aber bald befreien und belagern die Polizeistation. Aussicht auf Hilfe gibt es keine und dass der Überlebenskampf für die Bedrohten wenig Hoffnung belässt, zeigte bereits der direkte Vorgänger.

Herzstück von Declan O`Briens (drehte bereits „Wrong Turn 4“) beliebigem Slasher-Stückwerk sind die wiederum zünftigen – und in der deutschen Fassung heuer zensierten – Gewalteinlagen. Dabei gehen zwar diverse Gliedmaßen verloren oder werden allerlei andere betont überspitzte Grausamkeiten ausgebreitet, vom Hocker reißt der belanglose und zigfach amüsanter abgespulte Abklatsch vom Backwood-Abklatsch trotz Anleihen bei John Carpenters „Assault on Precinct 13“ aber keineswegs. Eine Überraschung ist das nicht, so dass wohl einzig Befürworter der übrigen Teile auf ihre Kosten kommen. Viel zu holen ist bei „Wrong Turn 5“ insgesamt allerdings wenig – außer natürlich der Gewissheit, dass der nächste Part des blutigen Treibens nicht lange auf sich warten lassen wird.

Wertung: (3 / 10)

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