Wrong Turn (USA/D 2003)

wrong-turnAlle Jahre wieder greift der an steter Einfallslosigkeit krankende Horrorfilm auf die Thematik des Kannibalismus zurück. Und da der überstilisierte Teen-Horror durch die bis zum Erbrechen vollzogene Selbstzelebration der im Fahrwasser von „Scream” entstandenen Schundwerke mittlerweile auch dem letzten pickligen Gore-Ghoulie die Schamesröte ins talggetränkte Antlitz treiben dürfte, bedient Regisseur Rob Schmidt bei „Wrong Turn” das minimalistische Exploitation-Terror-Kino der 70er-Jahre.

Dumm gelaufen! Nicht nur, dass Chris (Desmond Harrington, „Ghost Ship”) auf dem Weg zu einem wichtigen Termin in einen Stau gerät, nein, auf dem flinken, vom einzahnigen Tankwart abgeratenen Schotterpfad im bewaldeten Niemandsland kollidiert dessen Sportflitzer auch noch mit einem liegengebliebenen Geländewagen. Bis zu einer Reifenpanne diente jener dem Freundeskreis um Jessie (Eliza Dushku, „City by the Sea”), Scott (Jeremy Sisto, „Hideaway”) und Evan (Kevin Zegers, „Komodo”) als Fortbewegungsmitel. Nach kurzer Beratschlagung und der Feststellung, dass die Ursache des Unfalles mit übler Absicht herbeigeführt wurde, machen sich Chris, Jessie, Scott und eine Freundin beschwingten Fußes auf, in der Wildnis Hilfe zu holen. Der Rest behält die schrottreifen Vehikel bei einem lässig gedrehten Joint im Auge.Was jetzt wohl passiert?

Richtig, der Wald spuckt eine deformierte dreiköpfige Hinterwäldlersippe mit Bock auf menschliche Gliedmaße aus dem Unterholz und im Handstreich gehören die Existenzen der zurückgebliebenen der Vergangenheit an. In der Zwischenzeit hat das Wanderquartett einen einsam gelegenen Holzverschlag ausfindig gemacht, der sich bei näherer Betrachtung des Kühlschrankinhaltes offenkundig als Behausung gastfeindlich gesinnter Kannibalen entpuppt. Als diese denn auch kurz darauf mit frischer Beute im Gepäck den Heimweg antreten, bleibt den unliebsamen Eindringlingen nichts weiter, als unter den Ruhelagern der Menschenfresser Deckung zu suchen und der Ausweidung einer toten Begleiterin beizuwohnen. Nach eingenommenem Mahl gönnen sich die sinistren Waldschrate eine Verschnaufpause, welche die unfreiwilligen Besucher zur heimlichen, obschon nicht unbemerkten Flucht nutzen. Doch so leicht lassen die misratenen Waldbewohner ihre aussichtsreichen Zwischenmahlzeiten nicht davonkommen.

Eine Prise „Texas Chainsaw Massacre” und „The Hills have Eyes”, ein Hauch von „Deliverance” und eine gehörige Portion Klischees lassen den Betrachter die nicht gerade orginelle, jedoch immerhin reizvolle Grundidee bereits nach wenigen Momenten eindeutig vorhersagen. Die folgenden 80 Minuten sind seltsam zäh und widmen sich mehr vordergründigen Banalitäten denn saftigen Goreeffekten. Anstatt die hinlänglich bekannte und obendrein wenig ansehnlich aufbereitete Mär um kauzige Hinterholzmeuchler durch knallharte Tötungssequenzen aufzubereiten, stolpert die Handvoll unverbrauchter Nachwuchsmimen durch ein Geäst wirrer Wendungen und kaum reizvollen Versteckspielchen einem stupiden Showdown entgegen. „Wrong Turn” überzeugt kaum, sei es durch die spannungslose Inszenierung, die einfallslose Kameraarbeit oder das schwache Skript. Einzig erwähnenswert sind die Make-up-Effekte des viermaligen Oscar-Preisträgers Stan Winston („Predator”, „Jurassic Park”), der gleichsam auch als Co-Produzent in Erscheinung tritt. Bleibt nur zu hoffen, dass uns angesichts des kommerziellen Misserfolgs in den USA eine Fortsetzung erspart bleiben wird!

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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