Wrong Turn 4: Bloody Beginnings (USA/D 2011)

wrong-turn-4Die Rückkehr der Inzest-Kannibalen: Nach ihrem ersten Auftritt im Überraschungserfolg „Wrong Turn“ trieben die degenerierten Menschenfresser aus dem Hinterwald ihr Unwesen in zwei (verzichtbaren) Straight-to-DVD-Fortsetzungen. Mit „Bloody Beginnings“ serviert Regisseur Declan O’Brien („Sharktopus“) nach Teil drei nun auch den vierten Aufguss. Der tarnt sich seinem Untertitel entsprechend als Prequel, interessiert sich für die Vorgeschichte des mörderischen Trios aber ebenso wenig wie für die klischeehafte Opferschar zwischen Bilderbuch-Lesbe und College-Adonis.

Der im Jahr 1974 angesiedelte Auftakt verortet die Brüder in einem Krankenhaus, wo sich ihrer mentalen Probleme mit Elektroschocks angenommen wird. Als Hintergrund muss das genügen. Gespart wurde aber nicht allein am Skript, auch die Masken wirken reichlich schlicht. Von den Darstellern ganz zu schweigen. Aber von der dritten Fortsetzung eines bereits im Original bestenfalls mittelprächtigen Horrorfilms sollte besser wenig (bis gar nichts) erwartet werden. Außer vielleicht zünftige Splatter-Einlagen. Die gibt es denn auch reichlich. Allerdings nicht in der stark gekürzten deutschen Version. Gore-Hounds sollten also, wie so oft in den letzten Jahren, lieber zu internationalen Fassungen greifen.

Nachdem die Waldschrate ausgebrochen sind und die Heilanstalt in ein blutbesudeltes Schlachtfeld verwandelt haben, springt die Handlung in die Gegenwart des Jahres 2003. Eine Gruppe gesichtsloser und selbstredend sexfokussierter Urlauber verirrt sich ins längst verlassene Sanatorium, um Schutz vor einer klirrend kalten Winternacht zu suchen. Die Abkehr vom Ambiente des tiefen Forstes ist dann aber auch schon die einzige Variierung. Bis die noch immer im Gebäude hausenden Freaks die Jagd auf die menschlichen Mahlzeiten eröffnen, begnügt sich O’Brien mit freizügigem – und einmal mehr viel zu langem – Vorgeplänkel.

Statt Spannung und Atmosphäre setzt es Langatmigkeit, die in Hälfte zwei mit zelebrierter Grausamkeit und einem übergroßen Bohrer als obligatorisch phallisches Symbol beiseite gewischt wird. „Höhepunkt“ ist das Fondue der Mordsbrüder, bei dem über Minuten Fleischstücke direkt aus einem mit Stacheldraht an einen Tisch gefesselten Opfer geschnitten werden. Der Rest ist einfallsloses Flüchten und Sterben, bei dem nicht an Blut und brutalen Details gespart wird. Aber echte Überzeugungsarbeit leisten weder die Tricks noch die Inszenierung. Und erst recht nicht das hiesige Filmpuzzle, das volljährigen Zuschauern selbst die bemüht makabre Schlusspointe vorenthält. Um „Wrong Turn 4“ gilt es also aus gleich mehreren Gründen einen möglichst weiten Bogen zu machen.

Wertung: (3 / 10)

 

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