Spider City – Stadt der Spinnen (USA 2013)

spider-cityNeben dem primären Standbein im Actiongenre setzt die US-Filmschmiede Nu Image seit der Jahrtausendwende regelmäßig auf Beiträge zum Tier-Horror-Segment („Crocodile“). Durch die Schwesterunternehmung Millennium Films hat sich das Produzentengespann um Avi und Danny Lerner auch auf Werke für die große Leinwand („The Expendables“) spezialisiert. Mit „Spiders 3D“ sollte dies auch im Horrorbereich erfolgen. Gezeigt wurde der Film aber lediglich in einzelnen US-Kinos. In Deutschland erschien er unter dem Titel „Spider City“ gleich für den Heimkinomarkt. Dort ist er sicher besser aufgehoben als im Multiplex, überzeugender als die übliche Genre-Resteverwertung von Lerner und Co. ist der in Bulgarien gedrehte Streifen aber zweifelsfrei.

Das zeigt sich bereits an den weitgehend ansehnlichen Computereffekten, die allerdings nur bedingt kaschieren können, dass der Plot so überraschungsarm wie konventionell abgearbeitet bleibt und die Figurenkonstellationen vor Klischees zum Himmel stinken. Regie führte der bewährte Tibor Takács („Mosquito Man“), der auch das Skript co-verfasste und die Geschichte mit dem Absturz einer geheimen russischen Raumstation recht flott auf Touren bringt. Die verglüht beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht vollends und schlägt als feuriges Trümmerteil in einen U-Bahn-Tunnel von Manhattan ein. Von dort aus verbreitet sich eine während des Kalten Krieges mit extraterrestrischer DNA angereicherte und ins All geschossene Spinnengattung, die in menschlichen Wirtskörpern nistet.

Erstes Opfer ist ein Kollege von Stations-Vorsteher Jason Cole (spielte unter Takács bereits in „Ice Spiders“: Patrick Muldoon), über dessen Leichnam er auf die Arachniden aufmerksam wird. Seine Ex-Frau Rachel (Christa Campbell, „The Mechanic“), in Diensten der New Yorker Gesundheitsbehörde stehend, weiht er in die sich ausbreitende Gefahr ein. Doch das US-Militär um Colonel Jenkins (William Hope, „Dark Shadows“) und Spinnen-Schöpfer Dr. Darnoff (Pete-Lee Wilson, „Blood and Chocolate“) schürt Angst durch das Gerücht eines tödlichen Virus, setzt das Gebiet unter Quarantäne und glaubt, die achtbeinige Brut kontrollieren zu können. Sämtliche außenstehenden Mitwisser werden kurzerhand liquidiert, was neben Jason und Rachel auch Tochter Emily (Sydney Sweeney) in Gefahr bringt.

Das Chaos verdichtet sich schließlich, als es die rasant wachsenden Spinnen an die Oberfläche drängt. Dabei wirkt der Plot in der Verkettung von Tier-Horror, Sci-Fi-Katastrophenszenario und Verschwörungsthriller arg aufgedunsen. Bis zum Ausbruch der haushohen Spinnen-Königin im Schlussdrittel, einer immerhin launigen Hommage ans klassische Monsterkino, wird so einiges an überflüssigem Story-Ballast angehäuft. Zwingend begeisternd ist das alles nicht, eher schon ohne Not überfrachtet. Neben den Tricks punktet B-Routinier Takács aber auch mit atmosphärischer Grundierung und solider Besetzung, so dass Freunde gepflegter Monsterattacken (auch in der 2D-Version) auf ihre Kosten kommen. Kein großer Wurf, immerhin aber amtliche Spinnerei.

Wertung: (5 / 10)

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