Shark Zone – Tod aus der Tiefe (USA/BG 2003)

sharkzoneMit seinem ’81er „Der weiße Hai“-Rip Off „Last Jaws“ etablierte Enzo G. Castellari das Stilmittel der Stock Footage-Unterfütterung von Hai-Attacken im Film. Die damit zwangsläufig verbundene Änderung von Kameraführung, Lichtverhältnissen und Bildqualität wird dabei gern in Kauf genommen. Schließlich spart es wertvolle Produktionsgelder, statt eigenen Modellen (oder heutzutage computergenerierten Untieren) auf Archivmaterial zurückzugreifen und die Opfer auf Leinwand oder Mattscheibe einfach per Schnitttechnik vom echten Doku-Fisch verputzen zu lassen. Im B-Metier jedenfalls ist diese Herangehensweise altbewährt.

Ein eher schmerzhaftes Beispiel dafür ist „Shark Zone“, den Danny Lerner („Raging Sharks“) als Produzent, Regisseur und Storylieferant für Nu Image aus allerlei ausgelutschten Tier-Horror-Zutaten zusammenstückelte. Im Mittelpunkt der Alibi-Plotte steht Küstenwächter Jimmy Wagner (Dean Cochran, „The Cutter“), der in grauer Vorzeit Zeuge wurde, wie sein Vater bei einem Tauchgang (aufgrund eines im Meer vermuteten Schatz der spanischen Krone) von Haien zerfetzt wurde. Jahre später sieht Jimmy zwar keinen Tag gealtert aus, die traumatischen Erlebnisse nagen aber immer noch an ihm. Daher schlägt er auch pflichtgemäß Alarm, als sich in der Region (mal Osteuropa, mal San Francisco) weiße Haie zwecks Paarungsbestrebungen tummeln.

Bürgermeister Cortell (Alan Austin, „Air Marshals“) will davon nix hören, schließlich gilt es die klamme Gegend nicht zusätzlich vom lebenswichtigen Tourismus abzuschneiden. Die dazugehörigen Dialoge sind zum Schreien. Vor allem, nachdem gleich mehrere Badegäste in Strandnähe verputzt werden und der Stadtobere trotzdem keinerlei Anlass zur Beunruhigung sieht. So muss sich Jimmy allein gegen die Gefahr stemmen und verheizt dabei rege Freunde und Bekannte. Neben den Haien bereitet ihm der fiese russische Geschäftsmann Volkoff (Velizar Binev, „Lake Placid 3“) Probleme, der den Schatz um jeden Preis bergen will und dafür dringend Jimmys Hilfe benötigt.

Um ihn zur Kooperation zu bewegen, schreckt der Unhold nicht einmal vor der Entführung von dessen Sohn zurück. All das – und das ist wahrlich nicht viel – drapiert Lerner um die zur Verfügung stehenden (und gern wiederholten) Archivszenen fressender Haie. Nur ist „Shark Zone“ unterm Strich eben kaum mehr als ein Abklatsch vom Abklatsch vom Abklatsch, in dem einzig die hölzernen Darsteller für gelegentliches Schmunzeln sorgen. Gestorben wird zwar eifrig und auch das Kunstblut wird großzügig im Schwimmbecken verteilt. Nur ist der mies montierte Flickenteppich in etwa so unterhaltsam, wie ein Schuss ins Knie.

Wertung: (2 / 10)

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