Deadly Water (USA 2006)

deadly-waterVon der großen Leinwand hat sich der Tierhorror längst verabschiedet. Nur auf der Mattscheibe wird ohne Unterlass weiter gekreischt und ums nackte Überleben gekämpft, wenn die Fauna dem Menschen die Wehrhaftigkeit von Mutter Natur möglichst schmerzhaft in Gedächtnis bläut. Die TV-Produktion „Deadly Water“ ist eine dieser Fließbandarbeiten, die dutzendfach durchgekautes Handlungsmaterial über schwaches Schauspiel und miserable Tricks transportiert. Geholfen ist damit niemandem. Am wenigsten denjenigen Zuschauern, die sich durch die Attacken des todbringenden Riesenkraken solide Unterhaltung erhoffen.

Geschwinden Tentakels fischt jener gleich zu Beginn die Eltern des kleinen Ray vom Urlaubsboot, was diesen Jahre später, hier gespielt von Jerry O’Connells Bruder Charlie („Altar des Satans“), auf Rache sinnen lässt. Zu diesem Zweck heuert er bei Ozeanographin Nicole (Victoria Pratt, „House of the Dead 2“) an, die zudem sexy genug ist, um gleich noch als Love Interest zu fungieren. Auf dem Grund des Meeres sucht sie nach einem Artefakt, über das ausgerechnet der Kraken wacht. Damit nicht genug, hat es auch Gangster Maxwell (Jack Scalia, „Sirene I“) auf den wertvollen Fund abgesehen. Und zur Erreichung seiner Ziele ist dem jedes Mittel Recht.

Über weite Strecken dümpelt Tibor Takács („Rats – Mörderische Brut“) schundiger Genrefilm zwischen Konfektions-Thriller und Urlaubsvideo vor sich hin. Der Horrorpart dient lediglich als Aufhänger, wobei lachhafte Computereffekte und lieblos ins Wasser gepantschtes Kunstblut mehr unfreiwilliges Amüsement denn achtbares Augenfutter generieren. Die Formelhaftigkeit des Geschehens tötet jeden Anflug von Spannung, Klischees und akute Einfallslosigkeit erledigen den Rest. Da geht neben dem haltlos chargierenden Jack Scalia auch die Logik am Stock. Ein typischer und typisch unterirdischer Beitrag des Billigfilmstudios Nu Image. Selbst wenn er auf und unter dem Meer spielt.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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