Rats – Mörderische Brut (USA 2001)

ratsperlman„Do you hear that? Something in the walls. Do you hear it?“

„What the fuck is your problem? It´s just mice or something.”

Die junge Journalistin Jennifer (Sara Downing, „The Toolbox Murders”) wird unter falschem Namen in die Suchtklinik Brooksdale geschleust, um mögliche medizinische Missstände aufzudecken. Schnell wird sie fündig, jedoch anders als erwartet. Das plötzliche Verschwinden gleich mehrerer Patienten wirft Rätsel auf, Anstaltsleiter Winslow (Ron Perlman, „Die Stadt der verlorenen Kinder“) legt merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag und zu allem Überfluss scheint das Gebäude von Ratten verseucht. Jennifer geht den Ursachen auf den Grund und gerät bald in Lebensgefahr. Denn die Ratten sind nicht nur zahlreich, sondern auch sehr gefräßig.

„Rats“ ist ein düsterer und streckenweise nicht unspannend inszenierter Horrorfilm aus Avi Lerners Produktionsstätte ´Nu Image´. Das diese zu Beginn des dritten Jahrtausends den Tier-Horror für sich entdeckte, ist keine Neuigkeit. Wohl aber, dass die bewusst trashige Inszenierung der Schnellschüsse „Crocodile“, „Spiders“ und „Octopus“ (alle 2000) hier bemühter Ernsthaftigkeit weicht. Die wird jedoch von allgegenwärtigen Logikbrüchen und Plotlöchern untergraben. Beispielsweise können über den Besucherraum unbehelligt Gegenstände aus der wie in die Anstalt geschmuggelt werden und das Büro des Doktor Winslow gleicht einem Selbstbedienungsladen für investigative Journalisten.

In zunehmenden Wirrungen strebt Tibor Takács („Gate – Die Unterirdischen“) Film einem glasklar durchschaubaren Finale entgegen. Dabei wird mitunter nicht an Blut gespart, doch funktioniert der Mix aus echten und am Computer generierten Nagern überhaupt nicht. Während erstere durchaus Stimmung erzeugen, sind ihre animierten Artgenossen derart schlecht ins Bild eingefügt, dass mühsam aufgebaute Anflüge von Atmosphäre im Keim erstickt werden. Durch die Figur des Hausmeisters Ernst (Michael Zelniker, „Naked Lunch“) streift „Rats“ die Psychologie des Klassikers „Willard“ (1971). Allerdings wirkt gerade diese Nebenhandlung arg unbeholfen und ohne Gewicht für den Film als Gesamtwerk.

Das Autorenduo Jace Anderson und Adam Gierasch schrieb für ´Nu Image´ auch die Bücher zu „Spiders“, „Crocodile“ und dessen Fortsetzung „Crocodile II“ (2001). Aus der Mängelliste dieser Filme hat das Gespann offenbar nichts gelernt, ist der Handlungsrahmen bei „Rats“ doch ebenso dünn staffiert. Am Ende verabschiedet sich der pelzige Spuk mit einem schwachen Knalleffekt und dem gewohnten Seitentürchen für einen möglichen Nachklapp. Solide Darstellerleistungen, eine zeitweise überzeugende Kamera und die nicht zu großzügige Laufzeit müssen somit für goutierbares Mittelmaß genügen.

Wertung: (3 / 10)

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