Octopus (USA 2000)

octopusnuimageIm Aufbegehren menschfressender Untiere – siehe auch „Crocodile“ und „Spiders“ (beide 2000) – schreckte das Billigfilmstudio ´Nu Image´ nicht vor der neuerlichen Zubereitung eines monströsen Kraken zurück. In „Octopus“ ist es der vielarmige Titelgeber, der einer U-Boot-Besatzung nach dem Leben trachtet. In diesen Kontext gebettet ist das Schicksal des milchgesichtigen CIA-Schreibtischtäters Turner (Jay Harrington, „Coupling“), der auf submarinem Wege den osteuropäischen Top-Terroristen Casper (Ravil Issyanov, „Der Schakal“) nach Amerika eskortieren soll.

Warum das ausgerechnet per Unterseeboot und in Begleitung des windelweichen Agenten Turner vonstatten gehen soll, bleibt ebenso vage wie die Konstruktion der übrigen Charaktere. Da ist der Kapitän (David Beecroft, „The King´s Guard“) der Marke desillusionierter Haudegen, der Offizier (Ricco Ross, „Aliens“) der Kategorie sympathischer Quotenschwarzer und die fesche Meeresbiologin (Carolyn Lowery, „Candyman´s Fluch“) mit vorzeigbarem Unterwäschearsenal. Recht flott folgt der obligatorische Schiffbruch und der durch atomare Bestrahlung possierlich angewachsene Octopus kann die Zweckmäßigkeit seiner Größe unter Beweis stellen.

„Shadowchaser“-Regisseur John Eyres bedient gleich verschiedene Genres. Was als lahmer Thriller mit passabler Action beginnt, weitet sich mit Einsatz des Kraken zu einem noch lahmeren Monsterfilm aus. Drehbuch, Akteure und Effekte sind unter Durchschnitt, die Windungsfreude des Plots noch das agilste Element des Streifens. Hier kämpft die Besatzung gegen die Tücken der Tiefsee, dort plant Schurke Casper den Ausbruch. Dessen Spießgesellen kapern ein Passagierschiff, die Kalamität nimmt das U-Boot in Beschlag. Am Ende finden sich alle auf dem Kreuzer ein und beäugen den dämlichen Showdown, in dem zumindest das Monster Zähne zeigen darf. Der Rest ist nicht nur ohne Biss, sondern auch ohne Verstand.

Wertung: (2 / 10)

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