Nachtfalken (USA 1981)

nachtfalkenLondon, Paris, New York. Der deutsche Terrorist Wulfgar (Rutger Hauer, „Blade Runner“) kommt herum in der Welt. Nur das Bild, welches er vom internationalen Terrorismus vermittelt, ist ein denkbar naives. Die Motive bleiben vage, noch mehr die im Hintergrund stehende Organisation. Doch wir schreiben das Jahr 1981 und die Staatengemeinschaft ist im Umgang mit Attentätern noch wenig geschult. Warum also sollte es sich mit Hollywoods Drehbuchautoren anders verhalten?

In Amerika lockt eine UN-Delegation. Für den Mörder aus Leidenschaft ein gefundenes Fressen. Aber er hat nicht mit zwei ansässigen Cops gerechnet, namentlich DaSilva (Sylvester Stallone) und Fox (Billy Dee Williams, „Das Imperium schlägt zurück“). Während Wulfgar zu Beginn in Europa seinem Handwerk nachgeht, fängt das Duo in den Straßen der Elendsviertel Verbrecher. Wenn es sein muss auch in Frauenkleidern. Das Duell ist vorprogrammiert. Doch es lässt auf sich warten.

Gelungen ist die Gegenüberstellung von alter und neuer Welt. Die traditionsreichen Gassen der französischen und englischen Hauptstadt wechseln sich mit dem Verfall sozialer Brennpunkte im Big Apple ab. Das schafft Eindruck. Den aber kann Bruce Malmuths („Hard to Kill“) schnörkelloser Thriller „Nachtfalken“ dramaturgisch nicht einlösen. Der durch einen chirurgischen Eingriff unkenntlich gemachte Terrorist soll von einer Spezialeinheit aufgespürt werden. Der werden auch DaSilva und Fox unterstellt, die sich im Nachtleben der Metropole bald auf Jagd begeben.

Stallone, mit „Rocky“ über Nacht zum Star geworden, wechselte hier ins Actionfach. Mit respektablem Erfolg und derber Gesichtsmatratze. In Optik und Inszenierung ist der Old School-Reißer noch sichtlich in den 70ern behaftet. Auch in der bisweilen bemüht wirkenden Realitätsbehaftung, die dem Hauptdarsteller kaum mehr erlaubt als schnöde Betonmimik. Von der aber lenkt immerhin sein krauser Aufzug ab. So inhaltlich unausgewogen der Streifen auch geraten ist, recht spannend umgesetzt ist der simple Plot allemal.

Zumindest in Hälfte zwei. Zuvor folgen schier endlose Schulungen der Ermittler, die erst durchbrochen werden, als die Cops mehr zufällig auf die Fährte Wulfgars stoßen. „You´re fucking dead, you motherfucker“, poltert DaSilva dem Schurken nach, wenn Fox die erste Begegnung nur knapp überlebt. Eine Ex-Frau muss es auch geben, wenn auch nur für den etwas kruden (und seltsam geschnittenen) Showdown. Es bleibt ein ungewöhnliches Stallone-Vehikel, für Fans nicht uninteressant, im Grunde aber hoffnungslos veraltet.

Wertung: (6 / 10)

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