Waxwork – Reise zurück in der Zeit (USA/GB 1988)

waxworkEs gibt sie noch, die großen kleinen Filme, die B-Kuriositäten, die den Geist klassischer Schauergeschichten in die Moderne tragen. So buchstäblich geschehen bei „Waxwork“, Anthony Hickox´ („Hellraiser III“) knietiefer Verbeugung vor den namhaften Spukgestalten aus Literatur und Kino. Nebenbei wird auch „House of Wax“, im Deutschen dem „Kabinett des Professor Bondi“ (1953), Tribut gezollt, in dem dereinst Vincent Price wohligen Schrecken verbreitete. Wie auch im „Theater des Grauens“ (1973), inszeniert von Hickox´ bekannterem Vater Douglas. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm.

In einer beschaulichen US-Kleinstadt hat der umtriebige Mr. Lincoln („Tron“-Schurke David Warner) ein Wachsfigurenkabinett eröffnet. Verschiedene Dioramen zeigen dort populäre Horrorszenarien. Dass diese um Mitternacht ein tödliches Eigenleben entwickeln und die Besucher bei näherer Betrachtung in eine Welt zerren, in der Dracula (Miles O’Keeffe, „Iron Warrior”), Mumie und Wolfsmensch weit mehr sind als nur bewegungslose Wachskameraden, verschweigt der Betreiber wohl wissentlich. Denn um die fantastischen Figuren in die Wirklichkeit zu holen, braucht es Blut und frische Opfer.

Da trifft sich gut, dass Lincoln die junge China (Michelle Johnson, „Dr. Giggles“) und ihre Freunde zu einer nächtlichen Sonderführung eingeladen hat. Nachdem sich die Clique auf mysteriöse Weise zerstreut hat, macht sich Mark (Zach Galligan, „Gremlins“) an die Erforschung der Hintergründe. Bis er die enträtselt und mit dem rüstigen Rollstuhlfahrer Sir Wilfred („Mit Schirm, Charme und Melone“-Star Patrick Macnee) einen schlagkräftigen Verbündeten gegen Lincoln angestachelt hat, ergeht sich die schwarzhumorige Trash-Perle in episodenhafte Kurzweil.

Dass dabei weder die Darsteller, noch die amüsant dämlichen Dialoge überzeugen, liegt in der Natur der Sache. Die Erzählung wirkt unzusammenhängend und einzig darauf bedacht, die schaurige Atmosphäre voll auszukosten. Mit blutigen, wenn auch nicht immer gelungenen Tricks, Tempo und gehörigem Augenzwinkern greift die Fantasie- wie effektvolle Hommage altbekannte Motive auf. Bis zum feurigen Showdown, bei dem der tosende Mob auch den britischen Hammer-Studios verdiente Referenz erweist. B-Movies mit dem gewissen Etwas sind selten genug. Ein Grund mehr dies wonnige Exemplar in Ehren zu halten.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top