Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers (USA/D 2008)

die-mumie-grabmal-des-drachenkaisersBlockbuster-Sequels sind quasi-kalkulierte Enttäuschungen. Doch natürlich gibt es auch in ihren Reihen Unterschiede. „Spider-Man 3“ zum Beispiel, weit schwächer als seine Vorgänger und dennoch überdurchschnittliches Popcorn-Kino. Oder „Jurassic Park III“, der zwar reichlich Action bot, daneben aber nur Handlungsgestrüpp am Rande der Peinlichkeit. Ihm gleich tut es der dritte Aufguss von „Die Mumie“, dem die angestammten Fachkräfte Stephen Sommers (Buch + Regie) und Rachel Weisz (Hauptdarstellerin) völlig zu Recht die Zusage verwehrten.

Unter der Direktion von Rob Cohen („xXx – Triple X“) wird auch bei „Das Grabmal des Drachenkaisers“ deutlich an Rasanz zugelegt. Nur kann der optisch gelungene und routiniert gefertigte Budenzauber die eklatanten Schwächen zu keiner Zeit kaschieren. Frische Ideen bleiben Mangelware, an ihrer Statt werden einfach diverse Artverwandte des Unterhaltungsfilms geplündert. Zudem verlässt sich Cohen zu sehr auf das Souverän der beiden Vorgänger. Auf diese Weise wird die Reihe zu dem, was sie nie sein wollte, einer schalen „Indiana Jones“-Kopie.

Und weil die eigentlich immer sehenswerte Maria Bello („A History of Violence“) an Weisz’ Stelle eine eher beklagenswert resolute Fighting Femme abgibt, leidet auch die Chemie des mittlerweile gelangweilt gesetzten Abenteurer-Ehepaares Rick (Brendan Fraser, „L.A. Crash“) und Evelyn O’Connell. Zur Abwechslung bekommt es das mit einem vorchristlichen chinesischen Tyrannen (Jet Li) zu tun, der seine verfluchte Armee zu neuem Leben erwecken und die Erde unterjochen will. Zusammen mit ihrem Bruder Jonathan (John Hannah, „Die letzte Legion“) versuchen die bewährten Mumienbezwinger auch diesen Untoten zu stoppen.

Mit von der Partie ist zudem der inzwischen erstaunlich erwachsene O’Connell-Spross Alex (Luke Ford, „McLeods Töchter“), der sich als noch kühnerer Draufgänger entpuppt als der Herr Papa. Dabei darf er sich in Lin (Isabella Leong, „Missing“), die unsterbliche Wächterin der Quelle des ewigen Lebens verlieben. Deren Mutter (Michelle Yeoh) hat mit dem wiederbelebten Herrscher selbst noch ein Hühnchen zu rupfen. Die sprunghafte Narrative beschränkt sich dabei ohne erkennbaren Zusammenhalt auf eine Verkettung wüster Actionszenarien, bei der selbst mäßig gelungene CGI-Yetis zum Einsatz kommen.

Am ärgsten aber wiegt das Versagen des Humors. Die Wortwitze bleiben billig, wie die gesamte Geschichte ohne echten Pfiff. Die Schauspieler werden zum Spielball der Tricks, wobei zwischen all dem Brimborium auch noch gemenschelt wird, was die flüchtige Kitschkelle hergibt. Ein befriedigendes Ganzes wird aus den grundlegend unterhaltsamen Einzelteilen nie. Die Gaststars Jet Li und Michelle Yeoh, die bereits im Action-Eastern „Tai-Chi“ gemeinsam vor der Kamera standen, wirken verschenkt, der Film insgesamt einfach zu lieblos. Echte Wiedersehensfreude will sich so einfach nicht einstellen.

Wertung: (4 / 10)

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