Forbidden Kingdom (USA/CN 2008)

forbidden-kingdomIn Hollywood scheitern Versuche, sich der Anmut und Ästhetik asiatischer Kampfkunstfilme zu bedienen, meist kläglich. Bedauerlicherweise bestätigt dies gerade „Forbidden Kingdom“, eine US-Großproduktion, in der die Martial-Arts-Superstars Jackie Chan („New Police Story“) und Jet Li („Fearless“) erstmals gemeinsam vor der Kamera agieren. Satte 70 Millionen Dollar durfte „Geistervilla“-Regisseur Rob Minkoff verpulvern, um die Legende des Monkey King mit Unterstützung von Choreograph Yuen Woo Ping („Matrix“) und Kameramann Peter Pau (Oscar für „Tiger and Dragon“) für ein (vorrangig) westliches Publikum aufzubereiten.

Aus der Kooperation der klangvollen Namen resultiert allerdings ein durchweg enttäuschendes und erschreckend farbloses Fantasy-Abenteuer, das relativ charmefrei Versatzstücke von „Sidekicks“ bis „Storm Riders“ bunt durcheinanderwürfelt. In der einfallslosen Rahmenhandlung ist es am amerikanischen Milchgesicht und bekennenden Kung Fu-Fan Jason (Michael Angarano, „Sky High“), durch eine Kette unglücklicher Zufälle ins alte China zu geraten. Dort soll er dem versteinerten Monkey King (Li) seinen Kampfstab zurückbringen, damit dieser den tyrannischen Jade Warlord (Collin Chou, „DOA: Dead or Alive“) besiegen kann.

Bereits der Vorlauf mit dem zum Greis maskierten Chan als Inhaber eines chinesischen Kuriositätenladens lässt sämtlichen Esprit vermissen. Aufgemischt und angeschossen wird er von einer Jugendgang, die Jason nach erhaltener Reife in der fantastischen Parallelwelt am Schluss fachgerecht vermöbeln darf. Dazwischen begibt er sich mit dem trinkfreudigen Unsterblichen Lu Yan (auch Chan), einem schweigsamen Mönch (wieder Li) und der schönen Kämpferin Golden Sparrow (Liu Yifei, „Contract Lover“) auf die gefahrvolle, von allerlei Referenzen an Hongkong-Klassiker wie „Bride with White Hair“ gesäumte Reise in den Palast des dunklen Herrschers.

Die kindgerechte Umsetzung als Vorgabe für familientaugliche Action-Unterhaltung bleibt aus kommerziellen Gründen nachvollziehbar. Unverzeihlich ist dabei jedoch die Schludrigkeit, mit der die akrobatischen Darsteller an Drahtseilen durch bestenfalls mittelprächtig gestaltete Kampfhandlungen gezogen werden. Für die Standards eines Yuen Woo Ping ist das selbst ungeachtet des sehenswerten Kräftemessens zwischen Chan und Li schlicht unter Wert. Auch die zahlreichen Computereffekte und -bilder verbleiben auf einem Level purer Beliebigkeit. Fans der Darsteller und des fernöstlichen Kinos ist mit dieser arg klischeehaften Amerikanisierung des Eastern damit kein Gefallen getan worden.

Wertung: (4 / 10)

 

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