Der Horror-Alligator (USA 1980)

der-horror-alligatorNachdem die spätere Independent-Choryphäe John Sayles („Lone Star“) mit dem Skript zu „Piranha“ (1978) einen ironischen Achtungserfolg im Spartenprogramm des tierischen Horrors verbuchen konnte, wuchsen Budget und Kreatur binnen zwei Jahren zu einem manierlichen „Horror-Alligator“ heran. Regie führte Lewis Teague, der auf gleichem Sektor auch die Stephen King-Verfilmungen „Cujo“ (1983) und „Katzenauge“ (1985) inszenieren sollte.

Ende der sechziger Jahre: Die kleine Marisa ist verrückt nach Alligatoren. Als ihr tatsächlich ein frisch geschlüpftes Reptil zum Geschenk gemacht wird, spült es ihr Vater in einem Akt berechnender Herzlosigkeit die Toilette hinab. Im Abwassersystem der namenlosen Großstadt gedeiht die Echse zu stattlicher Größe und labt sich gütlich an Kanalarbeitern und etwaigen störenden Zweibeinern.

Jahre später ist Marisa (Robin Riker, „Dead Badge“) zur Zoologin gereift. Zusammen mit dem Polizisten David Madison (Robert Forster, „Mulholland Drive“) versucht sie dem Monstrum Einhalt zu gebieten. Doch einmal in die Enge getrieben, wagt der Alligator den Ausbruch. Nach der unsanften Auflösung einer Hochzeitsgesellschaft verschlägt es ihn jedoch wieder in den Untergrund, wo Madison das Ungeheuer endgültig zu erledigen hofft.

„Der Horror-Alligator“ ist ein kleiner Genre-Klassiker voller Bosheiten. Ironisch, atmosphärisch und mit beträchtlichem B-Movie-Charme macht der unbekümmert Spannung erzeugende Streifen auch vor der Vertilgung von Kindern nicht halt. Das modellierte Monster ist adäquat gestaltet und delektiert sich politisch unkorrekt durch alle sozialen Schichten und Altersklassen.

Fotografie und Bildmontage verleihen dem Film zur rechten Zeit das nötige Tempo, die guten Tricks sparen in ihrer relativen Häufigkeit nicht mit Blut. Aufgelockert durch zeitweiligen Dialogwitz und satirische Seitenhiebe brilliert Henry Silva („Ghost Dog“) am Rande der Geschichte als arroganter Krokodiljäger. Kurzweil, sympathische Akteure und eine Prise schwarzer Humor. Kurzum: Ein wahrhaft bissiges Vergnügen!

Wertung: (7 / 10)

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