Piranha (USA 1978)

piranhadante„People eat fish. Fish don´t eat people.”

Die Filme von „Gremlins“-Regisseur Joe Dante zeichnen sich in der Regel durch die sattsame Vermengung von Ironie und Horror aus. Gefördert vom legendären B-Filmproduzenten Roger Corman („Carnosaurus“), wie später gleichwohl protegiert von Steven Spielberg, schuf Dante Ende der Siebziger mit „Piranha“ einen kleinen Killerfisch-Klassiker, der sich unbekümmert auf die Fährte des „Weißen Hai“ (1975) setzt. Binnen dreißig Tagen mit einem minimalen Budget von 660.000 Dollar gedreht, überzeugt der atmosphärische Streifen durch kauzige Charakterzeichnung und dosierten Schockgehalt.

Im Bassin einer stillgelegten Forschungsanlage vegetieren genetisch veränderte Piranhas, bis sich ein junges Pärchen auf Wanderschaft für ein nächtliches Bad entscheidet. Eine Woche später wird Maggie McKeown (Heather Menzies, „Ssssnake Cobra“) mit der Suche nach den Vermissten betraut. Im trinkfesten Einsiedler Grogan (Bradford Dillman, „Grizzly“) findet sie einen Führer und stößt bald auf das ominöse Becken. Zur Klärung wird das Wasser in den anliegenden Fluss abgelassen, was der aufgebrachte Wissenschaftler Hoak (Kevin Mccarthy, „Das Tier“) zu verhindern sucht. Bald wird klar warum, steht stromabwärts doch die Eröffnung eines Erholungsressorts auf dem Plan.

Die Nähe zum „Weißen Hai“ wird bereits zu Anfang gesucht, wenn Maggie am Flughafen ein Computerspiel zum Film „Jaws“ – so der Originaltitel von Spielbergs Meilenstein – bearbeitet. Entsprechend macht „Piranha“ keinen Hehl aus seinem inhaltlichen Raubbau, der von Autor und Regisseur John Sayles („Matewan“) adäquat zu Papier gebracht wurde. Über knuffige Stop-Motion-Animationen im Industriekomplex arbeitet sich der bewusst trashige Streifen an einer üppigen Opferkette seinem blutigen Höhepunkt entgegen. Tempo legt der Film dabei nur an den Tag, wenn später vom Floß aufs Auto umgestiegen wird und manches Überholmanöver mit dezentem Vorlauf an Fahrt gewinnt.

„Piranha“ ist nicht sonderlich originell und auch mit der Sinnigkeit hapert es. Trotzdem macht der Film Spaß, weil sowohl das muntere Spiel der Darsteller als auch die sporadische Verköstigung unschuldiger Badegäste ganz im Geiste possierlicher B-Pictures steht. Die Angriffe des fleischfressenden Fischschwarmes sind simpel, aber mit blutiger Effektivität in Szene gesetzt. Das Militär gibt sich arglos, der Betreiber des zu eröffnenden Badeareals engstirnig. Am Ende stehen einige Opfer und der wenig glaubhaft vermittelte Standpunkt, die gefräßigen Räuber würden es unmöglich bis in den Ozean schaffen. Doch das Surren der Piranhas spricht eine andere Sprache…

Wertung: (7 / 10)

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