Cujo (USA 1983)

cujoSchriftsteller Stephen King („Friedhof der Kuscheltiere“) gilt gemeinhin als Meister des Grauens. Und obwohl sich seine Bücher weltweit millionenfach verkaufen, werden selbige nur noch selten für die große Leinwand verfilmt. Die Ursache dafür ist simpel, entpuppten sich in der Vergangenheit doch die meisten King-Adaptionen als filmische Rohrkrepierer. „Cujo“ ist eines der Frühwerke des Autors – und gleichermaßen einer seiner schwächsten Romane. Für eine Filmversion des Stoffes eine denkbar schlechte Ausgangsposition.

Donna Trenton (Dee Wallace-Stone, „Critters“) ist eine frustrierte Hausfrau und Mutter. Als ihr Mann Vic (Daniel Hugh Kelly, „Der Chill Faktor“) herausfindet, dass sie eine Affäre mit Tischler Steve (Christopher Stone, „Das Tier“) unterhält, herrscht in der ländlichen Idylle endgültig emotionale Eiszeit. Zur gleichen Zeit wird Cujo, der Bernhardiner des Automechanikers Joe Camber (Ed Lauter, „Extreme Justice“), von einer tollwütigen Fledermaus attackiert. Als Donna in Vics Abwesenheit eine Wagenpanne erleidet, wird das Gefährt zum belagerten Kerker. Denn Cujo hat sich in eine reißende Bestie verwandelt.

Behäbig vollzieht sich der Ablauf der Handlung. Mehr als Stunde verstreicht über die Aufzeigung der Trenton´schen Familienproblematik, ohne das expliziter Charakterzeichnung damit genüge getan wäre. Sohn Tad wird gespielt vom damals siebenjährigen Danny Pintauro, der durch das Fernsehlustspiel „Wer ist hier der Boss?“ (1984-92) zu Ruhm gelangte. Atmosphäre keimt immer nur dann auf, wenn der Film Cujos allmähliche Wandlung vom Schoßhund zum Monstrum aufzeigt. Unterstrichen wird dies durch gute Maskeneffekte und verhalten dosierte Attacken des mörderischen Tieres.

Höhepunkt des zähen Schockers ist die finale Konfrontation zwischen Donna und Cujo, die Regisseur Lewis Teague („Horror-Alligator“) als spannendes Kammerspiel inszeniert. Bedauerlicherweise vollzieht sich die Kehrtwende zum Horrorfilm zu spät, so dass „Cujo“ kaum mehr als ausgewogenes Gesamtwerk betrachtet werden kann. Die routinierte Inszenierung, solide Darsteller und die gute Kameraführung, für die sich der Niederländer Jan de Bont („Stirb langsam“) verantwortlich zeigt, werten den Streifen merklich auf. Mehr als passables Mittelmaß erwächst daraus aber nicht – und dass nicht allein, weil der Film das bittere Ende des Buches konsequent umschifft.

Wertung: (5 / 10)

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