Alone in the Dark (USA/CDN/D 2005)

aloneinthedark„Just because you can’t see something, doesn’t mean it can’t kill you.” – Edward Carnby

Unbeirrt von Kritikerschelte und kommerziellem Misserfolg sucht der Wermelskirchener Regisseur Uwe Boll sein Glück in Hollywood. Auf der Internetpräsenz seines Unternehmens für Filmproduktion und -verleih (www.boll-kg.de) lässt Boll gar verlauten, „Weltmarktführer in der Verfilmung von Videospielen“ zu sein. Ganz schön vollmundig nach nur zwei, wohlgemerkt sehr mäßigen Game-Adaptionen. Möglicherweise aber wird die Hartnäckigkeit des 40-jährigen in Bälde belohnt, steht mit „BloodRayne“, „Dungeon Siege“, „Far Cry“, „Hunter: The Reckoning“ und „Fear Effect“ doch bereits eine ganze Riege weiterer Realverfilmungen namhafter Konsolen- und Heimcomputerbestseller bereit. Nach der schadlosen Verdauung von Bolls schauderhafter „House of the Dead“-Interpretation gilt die kritische Beäugung zunächst jedoch seiner jüngsten Polygon-Transzendenz „Alone in the Dark“.

In dieser bringt der auf paranormale Phänomene spezialisierte Privatermittler Edward Carnby (Christian Slater, „Broken Arrow“) ein 10.000 Jahre altes Artefakt von seiner jüngsten Expedition mit. Doch bereits nach seiner Ankunft am Flughafen versucht ein unbekannter ihm das Schmuckstück abzujagen und ihn gar zu töten. Zusammen mit der Archäologin Aline Cedrac (Tara Reid, „American Pie“) geht Carnby den Hintergründen des Fundes nach. Ein gefährliches Unterfangen, versucht der wahnsinnige Wissenschaftler Lionel Hudgens (Mathew Walker, „Eden´s Curve“) das Artefakt doch mit Hilfe entfesselter Dämonen in seine Gewalt zu bringen. Damit würde es ihm gelingen das Tor zur Welt der Finsternis zu öffnen und die Menschheit ins Verderben zu stürzen. Zusammen mit dem Regierungsagenten Burke (Stephen Dorff, „FearDotCom“) stellt sich Carnby den Plänen Hudgens in den Weg.

Zwischen „Constantine“ und „Aliens“ versucht Uwe Boll den gepixelten Figuren des bekannten Atari-Spiels Leben einzuhauchen. Das sein bemühter Extrem-Trash in beinahe allen Belangen versagt, liegt neben dem schlechten Skript vor allem an den mangelnden Qualitäten des deutschen Regisseurs. Sein „Alone in the Dark“ verfügt über mehr Blut als Verstand und ersetzt das atmosphärische Konzept der Vorlage durch stilisierte Action von der Stange. Boll hetzt seine Darsteller durch überstrapazierte Zeitlupenfolgen und hektische Schnittmontagen, verliert über den beliebigen Feuerzauber aber die Handlung völlig aus den Augen. Zwar wird versucht die dünne Story mit mystischem Hintergrund auszukleiden, doch stellt sich allein die in ellenlange Texttafeln verpackte Vorgeschichte in den Dienst grassierender Konfusion.

Auch Christian Slaters begleitende Erzählung aus dem Off trägt zum Ungleichgewicht des Filmes bei. Der wortreiche Blick in die Gefühlswelt des Edward Carny ist nicht mehr als der unrühmliche Versuch, den eindimensionalen Action-Helden aufzuwerten. Ein Bezug zur eigentlichen Geschichte wird damit nicht hergestellt. Überhaupt verlassen die lieblosen Figuren den Raum übersteigerter Realitätsferne zu keiner Zeit. Tara Reid erfüllt ihren Zweck allein durch ihr adrettes Äußeres, während Stephen Dorff mit zusammengepressten Lippen und nur einem lächerlichen Gesichtsausdruck dem Abspann entgegenblickt. Mit Ausnahme der solide generierten Computermonstren zeigt hier keiner der Beteiligten Ausdruck. Die plump gestellten Dialoge, bestenfalls auf Soap-Niveau, spornen die Akteure allerdings auch nicht gerade zu Höchstleistungen an. Zwar erweitert der ´Exklusive Director´s Cut´ den Gore-Gehalt des Films um ein Beträchtliches, mehr Sinnhaftigkeit hätte „Alone in the Dark“ jedoch weit besser zu Gesicht gestanden.

Wertung: (2 / 10)

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