BloodRayne: The Third Reich (CDN/USA/D 2010)

bloodrayne-3Uwe Boll ist zurück in der Spur! Nachdem er mit schroffen semidokumentarischen Dramen wie „Siegburg“ oder „Darfur“ selbst eingefleischte Opportunisten seines Schaffens milde stimmen konnte, knüpft der viel gescholtene Fließbandregisseur mit dem dritten Teil der „BloodRayne“-Reihe wieder nahtlos an die Fülle qualitätsloser, auf populären Computerspielen basierender Trashfilme an. Und gegen den (hoffentlich) finalen Part des strunzdoofen Vampir-Geschnetzelten, dessen Untertitel „The Third Reich“ zumindest einen Hauch abseitig absurder Unterhaltung verspricht, wirkt der erste Part fast wie kompetent gemachtes Genrekino.

Vampir-Halbblut und Tagwandlerin Rayne (Natassia Malthe, „D.O.A.“) kämpft nach Mittelalter und Westernzeit nun im von Hitlers Schergen okkupierten Osteuropa gegen die Mächte der Finsternis. Und was könnte schon finsterer sein als der faschistische Führer und seine barbarischen Horden? Zu der zählt auch der wahnsinnige Wissenschaftler Mangler (durfte parallel gleich auch in Bolls „Blubberella“ ran: Clint Howard, „Evilspeak“), der um den Vampirismus weiß und sich durch die Schaffung von Supersoldaten bei den Nazi-Oberen zu profilieren gedenkt. Dass die mit Partisanen (u.a. Brendan Fletcher, „Rampage“) paktierende Rayne den Offizier Ekart Brand (Michael Paré, „Tunnel Rats“) unfreiwillig in einen Blutsauger verwandelte, kommt ihm da gerade recht.

Der Plot des Streifens findet in Anlehnung an das Steuerkonzept Paul Kirchhofs locker auf einem Bierdeckel Platz. Obwohl der auch produzierende Boll für die Abhandlung des Stoffes kaum mehr als 70 Minuten benötigt, wird das Tempo immer wieder durch schier endlose Nonsens-Dialoge verschleppt. Wenn denn gar nichts mehr hilft, muss die nicht eben mit schauspielerischem Talent gesegnete Malthe die Hüllen fallen lassen und sich in zweckfreien Sexszenen wahlweise mit Männlein oder Weiblein vergnügen. Von Atmosphäre oder Spannung ist diese ereignisarme Entschuldigung eines Horror-Actioners (ungeachtet der soliden handgemachten Bluteffekte) jedenfalls kilometerweit entfernt.

Das freudlose B-Picture, das in Kostüm und Ausstattung wirkt wie Weltkriegs-Fasching in der Ostblock-Industrieruine, hat als einzigen Trumpf Schlock-Choryphäe Clint Howard im Ärmel. Der chargiert sich als irrer Kittelträger durch die Szenerie und darf wiederholt diabolisch lang gezogene Zufriedenheitsbekundungen („Gooood!“) absondern. Am Ende will er Hitler persönlich Raynes Wunderkräfte verheißendes Blut überreichen, was die Vampirin und ihre Verbündeten in wiederum reizarmen Actioneinlagen zu verhindern suchen. Kaum zu glauben, dass Boll mit den einmal geliehenen Uniformen gleich noch die nüchterne KZ-Alltagsbeschreibung „Ausschwitz“ hinterherdrehte. Aber im B-Film hat solcher Spartrieb ja bekanntlich Tradition.

Wertung: (2 / 10)

 

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