Whiteout (USA/CAN/F 2009)

whiteoutGreg Ruckas und Steve Liebers Graphic Novel „Whiteout“ war auf dem Comic-Sektor ein mit Preisen überhäufter Hit. Joel Silver, einer der einflussreichten Männer Hollywoods, bekam Wind davon und war auf der Stelle an einer Verfilmung interessiert. Anfangs sah man Reese Witherspoon für die Hauptrolle vor, entschied sich aber für „Underworld“-Heldin Kate Beckinsale. Dominic Sena, der mit „Password: Swordfish“ und „Gone in 60 Seconds“ bereits zwei erfolgreiche Actioner abgeliefert hat, durfte den Regieposten bekleiden. Da sollte eigentlich wenig schief laufen. Tat es aber!

U.S. Marshall Carrie Stetko (Beckinsale) wurde im sonnigen Miami von ihrem Partner gaaaaanz übel mitgespielt, so dass sie ihn in Notwehr erschießen musste. Was macht eine desillusionierte Polizistin in solchen Fällen? Sich natürlich in die Antarktis versetzen lassen! Da ist kriminalistisch betrachtet nicht so viel los, bis eines Tages eine übel zugerichtete Leiche entdeckt wird. Mit dem ihr zugeteilten UN-Beamten Robert Pryce (Gabriel Macht, der sich seit „The Spirit“ mit miesen Comic-Adaptionen auskennt), versucht sie den ersten amtlichen Mord am Arsch der Welt aufzuklären und deckt eine kriminelle Machenschaft auf, die in der gezeichneten Version schon nicht unbedingt der Reißer war. Was wohl der Prolog damit zu tun haben könnte, der einen schlecht getricksten Flugzeugabsturz demonstriert? Wer bis zum Schluss den Besuch vom Sandmann abwehren kann, der wird‘s erfahren. Nur um sich ärgern zu können.

Die erdrückende Spannung in John Carpenters Antarktis-Klassiker „The Thing“ hat der unbeugsamen Art des wohl kältesten Stückchens Erde viel zu verdanken. Gezwungenermaßen derart isoliert UND dann noch ums Leben bedroht – wie für einen Thriller gemacht, ganz egal ob übernatürlicher Art oder nicht. Genau diese Voraussetzungen hatte auch die Geschichte von „Whiteout“, wobei an der Kinoversion vier Drehbuchschreiberlinge tätig waren, was oft ein Indiz dafür ist, dass die Schose am Ende nicht optimal verarbeitet wurde. Dass dem tatsächlich so ist, merkt man recht schnell. Der etwa 35 Millionen Dollar teure Film hat neben dem absolut spannungslosen Aneinanderreihen belangloser Szenen gleich mit mehreren eklatanten Problemen zu kämpfen. Kate Beckinsale ist sicherlich ein ganz hübsches Mädel, das auch als Kampfamazone zu überzeugen weiß. Dennoch ist sie für die Rolle der Carrie Stetko, die im Comic eine ganz, ganz Krasse ist, viel zu niedlich ausgefallen.

Darüber hinaus ist die aufzudeckende Verschwörung so öde wie die Täteridentifizierung frühzeitig erkennbar. Der anfängliche Auftrag rückt zwar immer mehr in den Hintergrund und es gibt auch ein paar passabel inszenierte Actionszenen. Doch der Großteil der 101 Minuten Laufzeit besteht aus einem großen Hauch Nichts. Da kann auch Veteran Tom Skerritt („Alien”) nicht viel ausrichten. Die viel zu lang geratenen Flashbacks, die aufzeigen, weshalb Stetko so traumatisiert ist, hätten auch kompakter ausfallen können, da sie der ohnehin schon lahmen Geschichte noch mehr das Tempo abwürgen. Alles in allem ist „Whiteout“ eine weitere miese Comic-Umsetzung, die aber aufgrund der schon uninteressanten Vorlage von vornherein wenig Potential mitbringen konnte.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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