Shootout – Keine Gnade (USA 2012)

shootoutIm Actionfach folgt derzeit eine Rückbesinnung auf die Vergangenheit. Damit ist einerseits die Blütezeit des Genres in den martialischen 80ern gemeint, andererseits aber auch die Stilistik der Hardboiled-Thriller der 70er. In „Shootout – Keine Gnade“ kommen mit Hauptdarsteller Sylvester Stallone und Regisseur Walter Hill gleich zwei prägende Vertreter jener filmisch-kreativen Strömungen zusammen. Dabei steht Stallone mit der Aufbereitung seiner Erfolgsrollen aus „Rocky“ und „Rambo“ wie kein Zweiter für die Verkörperung der Retro-Welle und bereichert diese zusätzlich mit den ironisch rückwärtsblickenden „Expendables“-Filmen.

Auf die Kappe des noch älteren Genre-Hasen Walter Hill gehen Thriller wie „Driver“ und „Johnny Handsome“, aber auch Actionstreifen wie „Ausgelöscht“ oder „Red Heat“. Als Autor war er zudem am Klassiker „The Getaway“ beteiligt, dessen Schöpfer Sam Peckinpah er oft Tribut zollte. Hills letzte Regiearbeit fürs Kino, „Undisputed“, geht allerdings bereits auf das Jahr 2002 zurück. Seine Zusammenarbeit mit dem unverwüstlichen Stallone ist insbesondere für die ältere Generation actionbewusster Filmfreunde sichere Beute. Die auf einem französischen Comic basierende Story dieser gewaltreichen Rachefantasie – im Original nicht weniger lautmalerisch „Bullet to the Head“ betitelt – ist dabei allerdings bestenfalls halbgar.

Nach einem Auftragsmord wird der Partner des alternden Killers James Bonomo (Stallone) vom hünenhaften Keegan (Neuzeit-„Conan“ Jason Momoa) abgestochen. Er selbst kann den Angreifer abwehren, sieht sich bald jedoch mit dem angereisten Polizisten Taylor Kwon (blass: Sung Kang, „Fast & Furious“) konfrontiert. Bonomos jüngster Hit galt dessen Partner, der belastende Beweise gegen dubiose Geschäftemacher (u.a. Christian Slater, „True Romance“) sammelte. Beide wollen den Tod des jeweiligen Gefährten rächen und paktieren widerwillig. Doch während Kwon die Schuldigen auf legalem Wege zur Strecke bringen will, startet Bonomo einen blutigen Feldzug. In den wird allerdings auch seine von ihm entfremdete Tochter Lisa (Sarah Shari, „Life“) verstrickt.

Die Kulisse New Orleans‘ bürgt für schwüles Klima und Spielorte, die dem kompromisslosen Grundton weitreichend zutragen. Neben dem überraschungsfreien Plot (inklusive lakonischer Off-Erzählungen des müden Killers) erweisen sich aber auch die Figuren als altbekannte Abziehbilder. „Shootout“ gibt sich trotz bemüht launiger Einzeiler und dezent übersteigerter Charaktere jedoch insgesamt ernst. Überzeugungsarbeit leistet Hill, der hinter der Kamera übrigens von Star-Produzent Joel Silver („Stirb langsam“) unterstützt wurde, aber einzig bei den ruppigen Actionszenen. Doch selbst die hat man an anderer Stelle schon besser gesehen. Mehr als solide Routine ist bei diesem Schaulaufen bewährter Macho-Motive also nicht drin.

Wertung: (5 / 10)

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