War Pigs (USA 2015)

war-pigsIm B-Action-Segment wird wieder Krieg gespielt. Anspruch und Realitätsgehalt sind da kaum zu erwarten. Vor allem, da mit Luke Goss („Death Race 2“) und Dolph Lundgren („Battle of the Damned“) zwei profilierte Videothekenregalfüller ins Gefecht geworfen werden. Wer aber eine klassische „Men on a Mission“-Peitsche nach Bauart von „Ein Haufen verwegener Hunde“ erwartet, wird garantiert enttäuscht. Denn Ryan Littles („Saints and Soldiers“) „War Pigs“ wird durch das lahme Skript und die profillose Inszenierung konstant unter bekömmliches Mittelmaß gezerrt. Zur trägen Erzählung gesellt sich auch übertriebener Ernst. Stupide Bleigewitter und/oder ironische Anflüge wären eindeutig die bessere Wahl gewesen.

Frankreich 1944: Der Sturm auf die Festung Europa hat die Alliierten bis an die deutsche Grenze geführt. Der mal wieder extra-deformiert und wie frisch aus dem Zirkus entflohen dreinblickende Mickey Rourke („Sin City“) sucht als Major Redding Männer für einen Spezialeinsatz hinter feindlichen Linien. Das Alter ist eben nicht mit denen, die es in der Vergangenheit überfrequentiert unter das Messer plastischer Chirurgen verschlagen hat. Aber zurück an die Front. Idealer Kandidat für das Himmelfahrtskommando ist Captain Jack Wosick (Goss). Das desillusionierte Frontschwein wurde nach einem verlustreichen Einsatz (in Gras beißen durfte u.a. UFC-Star Chuck Lidell) degradiert und soll nun die Chance zur neuerlichen Bewährung erhalten.

Er soll eine „War Pigs“ genannte Soldatengruppe (darunter Noah Segan, „Looper“) drillen und im Feindesland herausfinden, ob Hitler ein gewaltiges Langstreckengeschütz bauen lässt, das glatt bis London feuern könnte. Dass die Wunderwaffe gleich auf dem nächsten Bergkamm platziert wurde und jedem Aufklärungsflieger ein fröhliches Hallo entgegenbellt, ist nur ein logischer Patzer unter vielen. Zu ihnen gehört auch, dass die Captain Jack zugewiesene Einheit zwar einen berüchtigten Namen trägt, im Gegenzug aber keine Gefechtskompetenz vorzuweisen hat. Beim Schliff behilflich ist Fremdenlegionär Hans Picault (Lundgren), dessen französischer Akzent im Original bisweilen arg lächerlich wirkt. Natürlich wollen Respekt und Vertrauen hart erarbeitet sein, bevor im Einsatz kollektiv Nazis ausradiert werden.

Bis zum Missionsbeginn dümpelt die erste Hälfte in akuter Langeweile einher. Filme dieser Güteklasse sollten besser nicht zu viele Worte machen. Im Feld aber wird es nicht besser. Die Kanone ist sogleich gefunden, der Gefangennahme zweier Kameraden folgt die rettende Infiltration eines Wehrmachtsstützpunktes. Das bisschen Action ist mit wackliger Kamera und CGI-Mündungsfeuer wenig reizvoll gestaltet. Dafür klappt alles im Handstreich und die Helden dürfen sich derart unbehelligt im feindlichen Territorium bewegen, dass Krieg aussieht wie charakterbildendes Männerabenteuer. Immerhin die Ausstattung geht in Ordnung und die deutschen Komparsen dürfen akzentfreien Vaterlandssprech absondern. Mehr als das kann die triste Billigproduktion jedoch nicht für sich verbuchen. Krieg ist die Hölle. Auf seine Art ist es dieser Film auch.

Wertung: (2,5 / 10)

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