Venerea – Losing Weight, Gaining Ground (2000, Community Records)

venerealosingweightSechs Jahre brauchten VENEREA nach ihrer Gründung für den ersten Langspieler. Und selbst nach der Veröffentlichung von „Both Ends Burning“ schien es weiterzugehen, wie es angefangen hatte – mit der Produktion einer EP. 1998 erschien mit „We Shall Overcome“ ein nur auf Vinyl verlegtes Mini-Album, das die Entwicklung der Schweden eindrucksvoll illustrierte. Allein wegen „World on a Wall“, ihrer famosen Ode an die befreundeten SATANIC SURFERS, ist es bedauerlich, dass die Songs nie auf CD gepresst wurden.

Ihre zweite und beste Platte folgte mit „Losing Weight, Gaining Ground“ Ende 2000. Abwechslungsreich, verspielt und mit gehörigem Tempo vernachlässigten die vier Schweden weder ihre Wurzeln, noch sträubten sie sich vor neuen Einflüssen. Die äußerten sich vor allem in rockigen Momenten, selbst wenn sich die meisten Tracks noch immer problemlos unter der Sparte des Skate-Punks ablegen lassen. Das mitreißende „Stylefree“ oder das individualistische „A Pat on the Back“ sind nur zwei Beispiele für die Dynamik und Frische, mit der das Gespann sein bis dahin vorgelegtes Oeuvre traumwandlerisch überflügelte.

Auch textlich zeigen sich die Jungs von ihrer Schokoladenseite. In „The Losing End of Punk“ heißt es: „What we got is songs, each other, time and motivation to stay on and on and on the losing end of Punk”. Sympathischer könnte die selbstreferenzielle Einordnung kaum ausfallen. Zeit zum Verschnaufen gewährt „Losing Weight, Gaining Ground” trotz einiger Mid-Tempo-Parts nur bedingt. Insgesamt litt der Schweden-Core in dieser Phase an akuter Einfallslosigkeit. Gestärkt gingen die Wenigsten daraus hervor. VENEREA schafften es, weil sie sich mit spürbarer Spielfreude schlicht optimierten. Runder lief die Hitfabrik in der Folge nie wieder. Eine Spaßplatte mit dem gebotenen Ernst im Detail. Mit einem Wort: Großartig!

Wertung: (8 / 10)

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