Venerea – Lean Back In Anger (2010, Concrete Jungle Records)

venerea-lean-back-in-angerDie Zeit des Melo-Cores ist bekanntlich schon lange vorbei. Die meisten Bands sind nicht mehr, ein paar wenige tauchen wieder auf, andere wiederum waren nie weg vom Fenster. So wie VENEREA, die mal wieder ein neues Album vorlegen. Mit den alten Spaßrabauken und Songs wie „Shake Your Booty“ oder „Kangaroo“ hat das neue Album aber recht wenig zu tun. Klar, die Zutaten sind immer noch dieselben und VENEREA klingen weiterhin eindeutig nach VENEREA. Aber trotzdem geht es auf „Lean Back in Anger“ etwas heftiger und ernster zu. Davon zeugen nicht nur Songtitel wie „Protest Song“, „Wake Up! Smell The Napalm“ oder „Kill Yourself Or Be Killed“.

In den letzten Jahren hielt sich das Interesse an den ollen Schweden aber schon in Grenzen. Insofern wurde auch komplett verschwitzt, dass Rodrigo (SATANIC SURFERS) nun am Schlagzeug sitzt und mittlerweile wohl in jeder zweiten Punkband aus Schweden involviert ist. Prinzipiell sind sich VENEREA treu geblieben. High-Speed-Punk mit vielen Melodiebögen und teils mehrstimmigem Gesang. Das war schon immer ihre Stärke und diese spielen sie vor allem bei Titeln wie „Better Day“ oder „Heads They Win, Tails You Lose“ gnadenlos aus. Insgesamt wirken die Songs bei all den eingängigen Melodien trotzdem etwas härter. Vom Gesang her vor allem, doch auch die ein oder andere heftige Nummer haben sie mit im Gepäck („Meanwhile, In Zimbabwe“). Auch die Produktion versprüht einen leicht rohen Charme und erinnert weniger an die alten Gute-Laune-Hits.

Verglichen mit ihren alten Alben hat „Lean Back in Anger“ deutlich weniger Hits zu bieten. Trotzdem aber wird die Spannung über die gesamte (kurze) Spielzeit gehalten, von Ermüdungserscheinungen ist sowieso keine Spur zu hören. Gerade ältere Fans dürfte dies freuen und garantiert für eine Rückbesinnung in die Zeit der Ghettoblaster und Skateboards.

Wertung: (7 / 10)

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