V/A – The Songs of Tony Sly: A Tribute (2013, Fat Wreck)

tonyslytributeEs gibt im Leben viele Ereignisse die einen berühren, treffen oder erschüttern. Zwangsläufig gehört der Tod dazu. Wenn es Leute trifft die man nicht kennt, hält sich die Trauer meist in Grenzen. Bei Tony Sly war das irgendwie anders. Der Frontmann von NO USE FOR A NAME starb im Juli 2012 völlig unerwartet. Und obgleich man ihn nicht persönlich kannte, von einem Interview einmal abgesehen, war er seit vielen Jahren ein treuer und warmherziger Wegbegleiter. Es war auf jeden Fall eine andere Trauer. Fast fühlte es sich an, als wäre ein guter Freund gestorben. Für andere wiederum war Tony Sly ein guter Freund. Genau diese Personen haben dem Musiker nun ein Tribute Album gewidmet, bei dem sich die Spitze des internationalen Punkrocks die Ehre gibt.

Den Anfang markiert KARINA DENIKE (DANCE HALL CRASHERS), die „The Biggest Lie“ in einer tief melancholischen, vornehmlich ohne Instrumente vorgetragenen Version darbietet. Schon hier darf ohne Scham zum Taschentuch gegriffen werden und schöner hätte das Album kaum beginnen können. Auch andere Cover sind ruhigerer Natur. Tim McIllrath covert „For Fiona“. Joey Cape singt „International You Day“. Wer möchte ihm da widersprechen!? Doch es geht nicht nur um feuchte Augen.

Dafür sorgen erst einmal STRUNG OUT, die den NO USE Klassiker „Soulmate“ recht routiniert und erwartbar mit ordentlichem Dampf hinter den Kesseln vom Stapel lassen. Auch NOFX zeigen sich bei „The Shortest Pier“ eher unaufgeregt. SNUFF dagegen machen einfach mal etwas anderes und überraschen mit ihrer chilligen Version von „On The Outside“. Auch die MAD CADDIES und OLD MAN MARKLEY tendieren zu relaxteren Klängen, vermeiden aber den üblichen Spaßfaktor.

Highlights hat dieses Tribut-Album einige zu bieten. Schon das ist eine Ausnahme und zeigt, wie viel diese Zusammenstellung den Machern bedeutet. GET DEAD zeigen eine wunderbar verrauchte Version von „Pre-Medicated Murder“ und auch das schöne „Not Your Savior“ der SWINGIN’ UTTERS ist sehr gelungen. Überhaupt aber stimmt es hier. Die Namen der involvierten Künstler könnten größer nicht sein und man erhält einen guten Überblick über das gesamte Schaffen des Musikers Tony Sly. Von einigen Klassikern seiner Hauptband bis hin zu Stücken seiner Solo-Pfade. Ein somit definitiv gelungener und vor allem würdiger Rückblick

Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

 

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