Transcendence (USA/GB/CN 2014)

transcendence-2014In seiner Vita führt Johnny Depp eine Reihe von Filmen, derer man sich bereits kurz nach ihrer Rezeption kaum mehr erinnern konnte. „Die neun Pforten“? „The Astronaut’s Wife“? Da war mal was. Werke wie diese ziehen ihren Reiz aus den Beteiligten Personen – in den vorliegenden Fällen Regisseur Roman Polanski und Schauspielerin Charlize Theron –, haben daneben aber vorwiegend gediegene Langeweile zu bieten. In diese Tradition reiht sich auch „Transcendence“ ein, das Regiedebüt von Kameramann Wally Pfister (wurde für „Inception“ mit dem Oscar ausgezeichnet). Der in der Grundidee reizvolle, von Christopher Nolan („The Dark Knight“) produzierte Science-Fiction-Thriller, driftet in der Eskalation der Geschichte jedoch zusehends in Banalitäten ab.

Depp spielt den brillanten Wissenschaftler Will Caster. Dessen Ziel ist es, ein selbstständig denkendes, fühlendes und sich entwickelndes Computerbewusstsein zu schaffen. In Gemahlin Evelyn (Rebecca Hall, „The Town“) und Kollege Max (spielte mit Depp auch in „The Tourist“ und „Mortdecai“: Paul Bettany) findet er treue Unterstützer. Aber es regt sich Widerstand. Eine militante Gegenbewegung (u.a. Kate Mara, „Fantastic Four“) fürchtet die Allmacht der Maschine und setzt alles daran, Caster zu stoppen. Nach einem Attentat scheint ihr Plan aufzugehen. Doch gegen Max’ Rat speist Evelyn den Geist des sterbenden Gatten in einen Versuchscomputer ein. Tatsächlich ist das „Mind Uploading“ von Erfolg gekrönt und um sich vor den Behörden zu schützen, ziehen sich der immer mächtiger werdende virtuelle Will und Evelyn ins entlegene Wüstenkaff Brightwood zurück.

Im Laufe der nächsten Jahre errichten sie dort eine gewaltige Forschungsanlage, in der unter Wills Leitung bahnbrechende Entwicklungen in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen angestoßen werden. Deren größte sind Nanopartikel, mit deren Hilfe bei Einspeisung in den menschlichen Körper sämtliche Krankheiten geheilt werden können. Allerdings erhält Will auch die volle Kontrolle über die Behandelten, was in Evelyn bald Zweifel an den Motiven des Computergemahls nährt. Das treibt sie dem FBI-Agenten Buchanan (Cillian murphy, „Batman Begins“) in die Arme, der mit Hilfe von Wissenschaftler Joseph Tagger (Morgan Freeman, „Lucy“) sowie den mittlerweile von Max unterstützten Cyber-Revoluzzern bemüht ist, die Expansion Wills auf sämtliche Computersysteme der Welt zu unterbinden.

Die Ausgangsfragen des Films sind keineswegs dumm, nur verliert sich „Transcendence“ in einem mauen, bedingt clever auserzählten Kampf zwischen Mensch und Maschine. Wills wahre Intention wird erst am Ende offenbart, wenn die Staatsmacht zu den Waffen greift und die unkontrollierbare (künstliche) Intelligenz mit einem von Evelyn transportierten Virus zu beseitigen gedenkt. Wohin das führt, deutet der post-apokalyptische Prolog bereits an. Aufwendig, teuer und gut besetzt (u.a. mit Clifton Collins Jr., „Pacific Rim“) ist Pfisters Erstlingswerk fraglos, dümpelt über weite Strecken aber dahin, ohne wirklich zu packen. Der Spagat zwischen philosophischer Fortschrittsreflexion und (spät aufkommendem) Blockbuster-Brimborium gelingt nur unzureichend. Aber bei einer Gage von 20 Millionen Dollar dürfte es Johnny Depp auch nicht um die künstlerische Erhabenheit gegangen sein.

Wertung: (5 / 10)

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