Batman v Superman: Dawn of Justice (USA 2016)

batman-v-superman-dawn-of-justice„If man won’t kill God, the Devil will do it!“ – Teuflisch: Lex Luthor

Die Universen der Superhelden verschmelzen. Marvel hat es mit seiner Strategie der ineinander greifenden Franchises vorgemacht. Alles ist verbunden, alles dient einem übergeordneten Ziel. In Hollywood heißt das noch immer Gewinnmaximierung, weshalb Comic-Konkurrent DC mit „Batman v Superman: Dawn of Justice“ nachzieht. Denn auch der Clash dieser Ikonen ebnet den Weg für weitere Filme, bei denen neben den titelgebenden Heroen weitere bekannte Figuren zum Einsatz kommen. Abseits der bereits auftauchenden Wonder Woman gilt das für die peripher vorgestellten Flash, Aquaman und Cyborg. Wirklich aufgehen will der Plan diesmal jedoch nicht. Denn dem unbestreitbaren Erfolg an den Kinokassen steht die Häme der Kritiker gegenüber.

Marvel kann sich übergreifend positiven Resonanzen weitgehend gewiss sein. Der DC-Versuch eines Opus, das die Leinwand entflammt und die Zuschauer begeistert, geht auf Basis des Skripts von David S. Goyer („Batman Begins“) und Oscar-Preisträger Chris Terrio („Argo“) allerdings gehörig nach hinten los. Das allein macht den neben Goyer auch von Christopher Nolan (Regisseur der „Dark Knight“-Trilogie) produzierten Film noch nicht schlecht. Beispiele von Blockbustern, die weit weniger mies sind als ihr Ruf, gibt es zuhauf. Doch selbst wenn das von Zack Snyder („Man of Steel“) inszenierte, rund 250 Millionen US-Dollar teure Duell zwischen Fledermausmann und Kryptonier beeindruckend bildgewaltig und durchaus unterhaltsam geraten ist, bleiben letztlich doch vor allem die Verfehlungen haften. Das große Problem des Films ist dabei, dass die verschiedenen Einzelteile nie ein homogenes Gesamtbild ergeben.

Die Fehde zwischen den Streitern für das Gute wirkt überzogen konstruiert, die Darsteller – als Batman verlegt sich Ben Affleck („Daredevil“) auf bedröppeltes Starren, während Superman Henry Cavill („Codename U.N.C.L.E.“) zumindest zeitweise Charme versprüht – weitgehend blass. Rühmliche Ausnahme bleibt Jesse Eisenberg („The Social Network“), der als exzentrischer Jung-Industrie-Magnat Lex Luthor die Feindschaft zwischen den Helden orchestriert und dabei so überzogen zu Werke geht, dass es eine helle Freude ist. Bis es aber zur körperlichen Konfrontation kommt, vergeht Zeit. Viel Zeit. In der stößt Milliardär Bruce Wayne (also Batman) sauer auf, dass der mächtige außerirdische Übermensch beim Kampf gegen General Zod (siehe „Man of Steel“) Kollateralschäden aufgetürmt und Teile von Metropolis in Schutt und Asche gelegt hat.

Das kommt Luthor gerade recht, der bei Senatorin Finch (Holly Hunter, „Das Piano“) darum wirbt, eine präventive Waffe auf Kryptonit-Basis schaffen zu dürfen, um Superman in Schach zu halten. Zu diesem Zweck wird der Einwanderer aus dem All zielgerichtet diskreditiert. Die Rettung seiner Reporterfreundin Lois Lane (Amy Adams, „American Hustle“) in Afrika geht auf Kosten der Zivilbevölkerung und ein perfides Bombenattentat während einer öffentlichen Anhörung verschärft den öffentlichen Druck zusätzlich. Superman wiederum sieht in Batman nicht mehr als einen gefährlichen Vigilanten, der das Gesetz in die eigenen Hände nimmt. Was bleibt ist der Kampf, dem sich der besonnene Superman zu entziehen versucht. Durch die Entführung von Ziehmutter Martha (Diane Lane, „Untraceable“) hält Luthor aber einen entscheidenden Trumpf gegen ihn in der Hand.

Martha fällt im Duell der Superhelden eine besondere – und besonders lachhafte – Bedeutung zu. Batman, der die Ermordung seiner Eltern (am Rande gespielt von den „The Walking Dead“-Widersachern Lauren Cohan und Jeffrey Dean Morgan) nie verwunden hat, ist eben nur über die Trauerschiene zu erweichen. So steht am Ende die Erkenntnis des gemeinsamen Feindes Lex Luthor, der aus Zods Leichnam in dessen Raumschiffwrack nebenbei ein belangloses Standardmonster für den Showdown kreiert, das auch das Eingreifen von Wonder Woman (Gal Gadot, „Fast & Furious 7“) erfordert. Mit Jeremy Irons („Königreich der Himmel“) als Bruce Waynes Butler Alfred, Kevin Costner („Mr. Brooks“) als Supermans (verstorbener) Erdenvater und Laurence Fishburne („Matrix“) als strapaziös überzeichneter Zeitungs-Chefredakteur auf den Spuren von J.K. Simmons in „Spider-Man“ ist der Streifen bis in die Nebenrollen reizvoll besetzt. Gemessen am Gewicht der Namen vor wie hinter der Kamera schrammt das Resultat jedoch verdächtig nah am Edel-Trash vorbei.

Wertung: (5 / 10)

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