Tpunkterror – So fest ich nur kann (2004, Antifaein Records)

In der heutigen Zeit mit deutschsprachigem Punk-Rock auftrumpfen zu wollen, beherbergt eine Vielzahl nicht zu unterschätzender Gefahrenherde. Angefangen bei der dezent antiquierten Umklammerung überstrapazierter Revolutionsphrasen über die zahlreichen Fettnäpfchen der Nichtigkeit bis hin zur leider allzu oft grassierenden musikalischen Unbedarftheit birgt das altersschwache Genre zahlreiche Stolpersteine. Nur werden die unglücklicherweise viel zu selten auf derart selbstironische Art und Weise umschifft wie im Falle von HEITER BIS WOLKIG, der TERRORGRUPPE oder den WOHLSTANDSKINDERN.

Mit dem Ausklang der 80er wurde vielen Vertretern der „alten Garde“ des Deutschpunk schlicht der Boden unter den Füßen und damit ihre Existenzberechtigung weggerissen, was in der Folgezeit oftmals den Unterton der Lächerlichkeit in das Schaffen solcherlei Vertreter injizierte. Dass die Gesellschaft und das politische Umland der Bundesrepublik derweil immer neue Äcker und Spielwiesen musikalischer Kritik bereitstellte, tat dem Untergang der Gattung kaum einen Abbruch. Einzig Formationen wie …BUT ALIVE erkannten schon früh die Zeichen der Zeit und sattelten auf komplexere und progressivere Strukturen um, was neben der viel zitierten Hamburger Schule die untergründige Musiklandschaft Deutschlands maßgeblich prägen sollte.

Mit TPUNKTERROR wagt sich nun eine Band auf das dünne Eis des Deutschpunk, die auf ihrem „So fest ich nur kann“ betitelten Drittwerk gröbste Fehler der Vorgängergeneration auzuschließen vermag und doch auf halbem Wege einbricht. Denn das ambitionierte Quintett mit dem mehr oder weniger gelungenen Wortspiel als Namen influenziert dem Genre trotz bemühter Inhalte und ansprechender, obschon in dezenter Monotonie befangener musikalischer Darbietungen keinerlei Neuerungen und köchelt auf den Spuren von PROJEKT SCHWARZ ROT, KNOCHENFABRIK und PLANLOS einzig hinlänglich bekannte Elemente auf.

So kommt gegen Ende des dreckigen Dutzend Tracks neben dem altgedienten Einsatz von Bläsern („Meine gute Laune“) auch Charlie Chaplins abschließende Ansprache aus „Der große Diktator“ zum Tragen, führt das Gespann aus der Eifel jedoch nur schwerlich aus der Grauzone des Mittelmaßes und tausendfach vernommener Strukturen heraus. Ihr Publikum werden TPUNKTERROR dennoch finden, stirbt der Wunsch nach Weltverbesserung doch glücklicherweise nie aus.

Wertung: (5 / 10)

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