Down with Love – Zum Teufel mit der Liebe! (USA 2003)

down-with-loveDie Dekade der „Swinging Sixties“ war geprägt von den leichtfüßigen Komödien des zeitgemäß zugeknöpften Hausfrauenideals Doris Day. Die stürzte sich im famosen Zusammenspiel mit Rock Hudson in solch zeitlos-klassische Liebespossen wie „Bettgeflüster“ (1959), „Ein Pyjama für zwei“ (1961) oder „Schick mir keine Blumen“ (1964) in den Kampf der Geschlechter. Und nachdem „Austin Powers“ die 60er fast im Alleingang für das Kino der moderne salonfähig machte, lässt „Girls United“-Regisseur Peyton Reed nun Renée Zellweger („Cold Mountain“) und Ewan McGregor („Star Wars“) durch die beschwingte Retro-Posse „Down with Love“ schlendern.

Darin mischt Barbara Novak (Zellweger), feministische Autorin eines erfolgreichen Emanzipationshandbuches, die häusliche Prüderie des New Yorker Großstadtdschungels des Jahres 1962 auf und proklamiert auf den Pfaden von Schokolade statt Sex die Gleichstellung der Geschlechter. Das ruft den gestandenen Playboy und Starreporter Catcher Block (McGregor) auf den Plan, seines Zeichens Frauenschwarm, Männerschwarm und Schwarm der ganzen Stadt. Getarnt als ahnungsloser Weltraumheld Zip sagt er dem blondmähnigen Feind den Kampf an, um schließlich in einer enthüllenden Titelstory das geheime Liebesleben der Novak aufzudecken. Doch kommt dieser Art des investigativen Journalismus, wie sollte es auch anders sein, die Liebe in die Quere.

Mit fließenden Szenenübergängen, allumfassender musikalischer Untermalung und umwerfend komischem Wortwitz dirigiert Peyton Reed seine munteren Sternchen durch verspielte Dekors und überbordend kitschige Sets in Technicolor. Daneben lässt er montierte Leinwände durch die Heckscheiben von Autos luken und versprüht sorgsam den wohlig naiven Charme der 60er. Im weitesten Sinne funktioniert diese ambitionierte Hommage, das Drehbuch sorgt für pointierte Dialoge fernab jeglicher Tiefe, während artifizielle Hochglanzoptik den Rest besorgt. Doch verliert der Film mit steigender Laufzeit an Originalität, die Schwindeleien und intriganten Zänkereien der Charaktere büßen zusehends an Biss und Spritzigkeit ein. Im letzten Drittel schließlich enttäuscht „Down with Love“ mit unausgereiften Wendungen und überstrapaziertem Zuckerguss.

Doch mindert dies das temporeiche Vergnügen nur bedingt, beschert der kurzweilige Ausflug in Mutters Kindertage, der im Gegensatz zu den prüden Vorbildern in Anzüglichkeiten und sexuellen Anspielungen erblüht, charismatische Darsteller in stimmiger Chemie. Im Zuge der artig kopierten Konstellation der Figuren kommt neben McGregors schüchtern-tollpatschigem Vorgesetzten (David Hyde Pierce, „Hellboy“) und Zellwegers resoluter Verlegerin (Sarah Paulson, „Ganz normal verliebt“) mit Tony Randall („Bettgeflüster“) auch ein eingefleischter Veteran auf dem Terrain der Doris Day‘schen Ulkschmonzetten zum Tragen. So ist „Down with Love“ eine nostalgische Zeitreise in stimmiger Retro-Verpackung, eine harmlose Liebeskomödie nach bewährtem Strickmuster.

Die amüsanten Hauptdarsteller Renée Zellweger und Ewan McGregor überzeugen und dürfen im Abspann noch ihr bereits hinreichend aufgezeigtes Sangestalent aus „Chicago“, bzw. „Moulin Rouge“ unter Beweis stellen. Dass die Ausstattung der Neuauslegung jedoch die Ausstrahlung der gewürdigten Vorbilder erdrückt, bildet einen nicht von der Hand zu weisenden Wehrmutstropfen. Doch wer sich fernab des tristen Alltags auf die Suche nach nicht mehr als guter Unterhaltung begibt, der wird in „Down with Love“ mit Sicherheit dankbare Kurzweil finden.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top