The seventh Curse (HK 1986)

the-seventh-curse„Jede gute Geschichte beginnt mit einem Glas Cognac“, will der einleitende Erzähler der gut gelaunten Abendgesellschaft weismachen. Manchmal dürfen es auch ein paar mehr sein. Besonders dann, wenn die vorgetragene Mär derart unzusammenhängend abgehandelt wird wie im Falle von „The seventh Curse“. Die ist das erste von bislang sechs Abenteuern um den heldenhaften Wei Si-Li – im Westen wurde daraus Wisely, hier lediglich am Rande verkörpert von Hongkong-Superstar Chow Yun-Fat („Hard Boiled“) –, tragende Figur einer beliebten fernöstlichen Groschenromanreihe. An seiner Statt obliegt die Konfrontation des Schreckens jedoch einem seiner Schüler.

Alles beginnt mit einer terroristischen Geiselnahme. Weil die Polizei nicht weiter weiß, ruft sie Doktor Yuan (Chin Siu Ho, „Tai-Chi“) herbei. Der ist nicht nur bekannt für seine Tapferkeit, sondern geradezu prädestiniert, eine Bombe in die Mitte der Verbrecher zu schmuggeln. Macht das Sinn? Mitnichten, aber ein weiterer Cognac lässt über diesen Lapsus sicher hinwegsehen. Überhaupt hat diese erste Episode nichts mit den nachfolgenden Ereignissen zu tun. Sie dient lediglich der Vorstellung der Hauptfigur – und gibt ganz nebenbei die Richtung von Lam Ngai Kais („Crazy Wolf“) durch und durch trashigen Films vor.

Darauf geht es ins thailändische Hinterland und zur Observation des okkulten Wurmstammes, dessen Magier Aquala (Elvis Tsui, „Storm Riders“) gern mit frisch gepressten Kindern hantiert. Dabei zieht sich Yuan einen in sieben Schritten vollziehenden Blutfluch zu, der plötzlich entstehende Beulen an seinen Beinen wie Sektkorken knallen lässt. Zurück in der Heimat soll Mentor Wisely helfen, also geht es gemeinsam zurück in den Dschungel und Aquala an den Kragen. Ein Rückenmark schlürfendes Skelett und blutrünstige Pappmaché- und Latexkostümkreaturen kitzeln derweil das Zwerchfell – und schüren den Wunsch nach einem weiteren Cognac.

Der abenteuerliche Quatsch mit Soße fährt neben den hübsch ekligen Billigeffekten routinierte bis wenig spektakuläre Kung Fu-Einlagen auf. Darstellerisch wird beileibe niemand gefordert, so dass sich populäre Nebenakteure wie Maggie Cheung („In the Mood for Love“) artig ins Abseits chargieren. Nachdem im kruden Schlussakt noch einmal (im wörtlichen Sinne) die Puppen tanzen durften, ist man vom all die launige Unlogik kaschierenden Cognacschwenken sturzbetrunken. Aufgrund des übersinnlichen Mummenschanzes durfte man sich aber souverän unterhalten fühlen. Ein kurzweiliger und turbulenter, wenn auch reichlich blöder Streifen.

Wertung: (5 / 10)

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