The Riverman (USA/CDN 2004)

the-riverman„Haben sie die geringste Ahnung, wie es in der Hölle aussieht?“ – Ted Bundy

Serienkiller üben gerade im Film eine morbide Faszination aus. Welches Monster lauert hinter der Fassade des Durchschnittsbürgers, was treibt ihn zu solch abscheulichen Taten? Die US-Fernsehproduktion „The Riverman“, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller, versucht diesen Fragen nachzugehen. Die wahre Geschichte des Kriminologieprofessors Robert Keppel, Autor jenes Buches, erzählt von der Jagd auf einen bestialischen Frauenmörder im Staate Washington der frühen achtziger Jahre.

Keppel, hier dargestellt vom renommierten Nebenakteur Bruce Greenwood („Capote“), war als Profiler mitverantwortlich für die Überführung und Inhaftierung des prominenten Mehrfachmörders Ted Bundy. Als Keppel vom ermittelnden Detective der jüngsten Leichenfunde, dem unerfahrenen Neuling Reichert (Sam Jaeger, „Blood Work“), um Hilfe gebeten wird, meldet sich unvermittelt Ted Bundy (sehenswert: Cary Elwes, „Saw“) aus der Todeszelle in Florida. Der Todgeweihte bietet seine Hilfe an, in der Hoffnung so seiner Hinrichtung zu entgehen. Was folgt sind Interviewsitzungen, bei denen Keppel tief in die Psyche des Soziopathen blickt.

Obwohl „Das Schweigen der Lämmer“ vom Hintergrund Keppels inspiriert wurde, lehnt sich die filmische Aufarbeitung seines wahren Waltens deutlich an Jonathan Demmes Klassiker des modernen Thrillers an. TV-Regisseur Bill Eagles („CSI: Crime Scene Investigation“) setzt auf beunruhigende, in ihrem Farbaufkommen trübe Bilder, die nicht selten von Unschärfen und Handkameraschwenks begleitet werden. Um die Erzeugung von Spannung geht es bei „The Riverman“ nicht. Das dokumentarische Drama weckt Unbehagen, zielt darüber hinausreichend aber auf eine unspektakulär wie bemüht wahrheitsgetreue Erzählung ab.

Mit Gary Ridgway (David Brown, „Tötet Smoochy”) wird ein zwischenzeitlich Verdächtigter mangels Beweisen auf freien Fuß gesetzt. Er ist der Täter, wird jedoch erst zwei Jahrzehnte später angeklagt, als die Möglichkeiten forensischer Untersuchungen seine Schuld nachweisen können. Der Film schließt mit Ridgways Geständnis. Die Hinrichtung Ted Bundys, dem Keppel bis zuletzt ein Geständnis über acht vermisste Frauen entzwingen wollte, findet eher beiläufig Erwähnung.

Wertung: (6 / 10)

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