Running Out – Countdown des Todes (USA 1994)

runningout„Ich versteh das alles nicht. Ich töte eine Reihe unschuldiger Menschen, drohe damit ein Gebäude hochzujagen und die Polizei ist nicht gewillt mich ernst zu nehmen. Man verschafft sich wohl nicht genügend Respekt, wenn man einige Schönheitsköniginnen in seine Gewalt bringt.“ – Bryce

Die Auswirkungen von „Stirb langsam“ auf die Filmwelt gehen in die nächste Runde. Wieder ein Hochhaus, wieder Terroristen. In „Running Out – Countdown des Todes“ kämpft Ex-Playmate und B-Amazone Shannon Tweed („Shadow Warriors“) als Sharon Bell an vorderster Front gegen gemeine Verbrecher. Angeführt vom skrupellosen Schurken Raymond Bryce (Andrew ´Dice´ Clay, „Brain Smasher“) nehmen diese die Teilnehmerinnen einer Miss-Wahl als Geiseln. Schwer bewaffnet verschanzen sich die Gangster in einem Hotelkomplex, gewillt für ihre horrenden Lösegeldforderungen über die Leichen der Schönheiten zu gehen. Außerhalb des Gebäudes bemüht sich derweil Ex-Spezialagent Crane (Robert Davi, „Lizenz zum Töten“) der separierten Einzelkämpferin Beistand zu leisten.

Glücklicherweise blickt die resolute Wiederständlerin auf Erfahrungen als Aktrice in Kampfsportfilmen zurück. Einer der Geiselgangster definiert Sharon Bell gar als „Bruce Lee mit Monstertitten“. Barbie mit Verschleißerscheinungen trifft es zwar eher, doch ist Paul Lynchs („Prom Night“) unterhaltsamer B-Actioner bei weitem nicht so arg, wie es Plot und Besetzung erahnen ließen. Mit von der Partie ist nämlich auch Ex-Wrestler ´Rowdy´ Roddy Piper („Back in Action“), der als Schurke noch weniger hermacht als in der gewohnten Rolle des Helden. Hier eifert Piper eindeutig der Performance Alexander Godunovs in „Stirb langsam“ nach – und tritt sogar auf identische Weise ab wie der 1995 verstorbene Mime im oft kopierten Original.

Selbstverständlich hat „Running Out – Countdown des Todes“ weder Sinn noch Verstand. Doch bricht der routinierte Fließband-Reißer nicht nur eine Lanze für das vermeintlich dumme Blondchen, sondern zelebriert den dreisten Plagiatismus auch mit einem gewissen Augenzwinkern. Zwar hätte der Inszenierung mehr Action gut zu Gesicht gestanden, blutige und gern auch in Großaufnahme eingefangene Einschüsse verleihen dem Streifen im Gegenzug allerdings jene Attribute, die der geneigte Fan von solchen Werken erwartet. Zwei Jahre später inszenierte Regisseur Lynch eine Fortsetzung, diesmal mit Lance Henriksen („Alien vs. Predator“) an der Seite von Shannon Tweed. Das Vergnügen des Erstlings bereitet „Running Out 2“ jedoch nicht.

Wertung: (4 / 10)

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