The Perfect Weapon – Eine perfekte Waffe (USA 1991)

eine-perfekte-waffeJeff Speakman ist „The Perfect Weapon“. Oder eingedeutscht „Eine perfekte Waffe“. Ein bisschen Perfektion in Sachen Schauspielkunst hätte ihm bei seinen Filmrollen aber sicher nicht im Weg gestanden. Für solide Auftritte wie dem in „The Expert“ reichte es in den Neunzigern trotzdem. Seine bekannteste und beste Rolle bleibt allerdings die des gestählten Kampfsport-Spezis Jeff Sanders in Mark Disalles („Karate Tiger 3 – Kickboxer“) kurzweiligem Kino-Klopper, die ihn bar jeder Weitsicht mit der koreanischen Mafia in Santa Fe aufräumen – und in eher belächelnswerter Manier zum Song „I’ve Got the Power“ den gestählten Körper trainieren – lässt.

In der Jugend wurde Jeff vom Vater, einem Polizisten, verstoßen. Der in den Kampfkünsten des Kenpo bewanderte Jüngling war, wie es der fürsorgliche Mr. Kwan (Mako, „Conan der Barbar“) ausdrückt, mehr Tiger als Drache. Den Mangel an Selbstkontrolle und innerer Harmonie hat der aufbrausende Fighter, der selbst vom Martial Arts-Mentor zurückgewiesen wurde, nie egalisieren können. Als Kwan von Gangstern getötet wird, sinnt Jeff darum auch gleich auf Rache. Nur gegen wen soll er zu Felde ziehen? Antwort liefert Yuang (James Hong, „Tango & Cash“), der aufgrund seiner Stellung im koreanischen Viertel nicht selbst gegen die Schuldigen vorgehen kann.

Ohne zu überlegen geht Jeff gleich zum Angriff über, was für allerlei gute Entschuldigungen bürgt, weshalb sich die Protagonisten die Köpfe einschlagen. Die für US-Verhältnisse sehenswert gestalteten Kämpfe fallen reichlich brutal aus, werden in ihrer Ruppigkeit jedoch entscheidend entkräftet, weil trotz enormer Schlagkraft keiner der Kämpfer ernsthafte Blessuren davonträgt. Beinahe zu spät muss der Rächer erkennen, dass ihn Yuan nur dafür benutzt, die eigene Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Dank seines wuchtigen Gehilfen, dem Asien-Terminator Tanaka (Professor Toru Tanaka, „Running Man“), bleibt der Schurke allerdings unnahbar. Zumindest vorerst.

Am äußeren Rand der kaum existenten Plotte steht die seichte Näherung zu Vater und Bruder Adam (John Dye, „Karate Tiger IV – Best of the Best“), der selbst in Polizeidienst steht. Glücklicherweise hält sich Produzent und Regisseur Disalle aber nicht lange mit emotionalem Geschmeide und wehmütigen Rückblicken auf die kampfkünstlerische Ausbildung auf, sondern lässt es schnörkellos krachen. Streckenweise ist der übertriebene Versuch, Speakman als Actionstar zu etablieren, gar unfreiwillig komisch ausgefallen. Aber was in diesem Metier zählt ist immer noch die Action. Und dahingehend geben sich die Beteiligten wahrlich keine Blöße. Einer der besseren Versuche, den B-Film auf Kinoniveau zu hieven.

Wertung: (6 / 10)

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