The Dead Pit (USA 1989)

the-dead-pit„I’ve done live. Now I’m doing death.“ – Mit dem Skalpell behender als mit Worten: Ramzi

In einer dieser filmischen Irrenanstalten, in denen die Insassen tatsächlich mächtig einen an der Waffel haben, geht Schauriges vor sich. Chefarzt Dr. Ramzi (Danny Gochnauer), der seinen Patienten in Sachen Dachschaden in nichts nachsteht, ist vom Tode besessen und schraubt unfreiwilligen Probanden im geheimen Versuchslabor an den Hirnwindungen herum. Kollege Swan (Jeremy Slate) fürchtet um den guten Ruf, zückt den Revolver aus der Schreibtischschublade und knallt dem fehlgeleiteten Ramzi eine Kugel zwischen die Horchlappen. Anschließend mauert er den Toten samt seiner Opfer im grünen Dunst des Kellerlabors ein.

Zwei Jahrzehnte später, Swan ist mittlerweile Anstaltsleiter, befreit ein Erdbeben den Untoten Ramzi aus seiner Leichengrube. Lang dauert es nicht und der Schuft mit dem formschönen Loch in der Stirn macht sich neuerlich ans Werk. Von dem nimmt anfangs nur die frisch eingelieferte Amnesiepatientin Sarah (Cheryl Lawson), in Ermangelung des Erinnerungsvermögens vorerst Jane Doe genannt, Kenntnis. Aber ihr Verhalten wird als Trauma abgetan, dem Swan mittels Hypnose (und frischer Luft!) auf den Grund zu gehen gedenkt. Sie aber will lieber knapp bekleidet Nachforschungen anstellen, was nicht einmal schwer fällt, da die Türen der Anstalt nur selten verschlossen sind.

Als Low Budget-Schocker verfügt „The Dead Pit“, immerhin das Regiedebüt von „Der Rasenmäher-Mann“- und „Virtuosity“-Macher Brett Leonard, über hübsch trashigen 80’s-Charme. Darstellerisch ist in der Klapse wenig zu holen, das teils miese Spiel der Akteure mehrt den Unterhaltungswert aber bisweilen trefflich. Gerade solche Hochs hat der Film bitter nötig, braucht es doch schier ewig, bis sich die Geschichte zu einer finalen Zuspitzung durchringen kann. Davor wird viel gekreischt und noch mehr blödes Zeug geredet. Die agile Kamera ist für ein paar sehenswerte Einstellungen gut, die Dauerbeschallung durch Dan Wymans Musik nervt allerdings schon nach kurzer Zeit.

Die mit amüsantem Bierernst durchgezogene Schose hat ein paar brauchbare Spannungsmomente zu bieten, verbleibt aber eher wegen deftiger Gewalteinlagen und unfreiwillig komischen Höhepunkten im Gedächtnis. Deren absurdester ist Sarahs Traumsequenz, in der ihr via Wasserschlauch die Bluse gesprengt wird. Am Ende dürfen auch Ramzis Opfer als Zombies ihr Unwesen treiben, bis die zur Wasserweihung befugte Anstaltsschrulle mit dem Trinkbecher den Tag rettet. Ähnlich durchschaubar wie klares Wasser ist auch das Rätsel um Sarahs Vergangenheit, das sich in einer (oho) finalen Pointe niederschlägt, die diesem relativen Heuler einen immerhin adäquat achselzuckenden Schlusspunkt beschert. Herber B-Trash mit reichlich Leerlauf.

Wertung: (4 / 10)

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