The Curse of El Charro (USA 2004)

the-curse-of-el-charroDie Größen des Horror-Genres zu kopieren ist nicht schwer. Über das Hofieren der Leistungen anderer den eigenen Stil nicht zu verleugnen hingegen schon. Komponist Rich Ragsdale – der neben Arbeiten für das US-Fernsehen („King of Queens“) auch Videospiele („Alien vs.Predator 2“) musikalisch untermalt – versucht bei seinem Debüt als Spielfilmregisseur eine individuelle Note zu finden. Über weite Strecken gelingt ihm dies, doch scheitert sein ansehnlicher Low-Budget-Schocker „The Curse of El Charro“ auf halbem Wege am schwachen Drehbuch.

Nach dem Selbstmord ihrer Schwester wird Maria (Drew Mia) von schrecklichen Albträumen und Visionen geplagt. Auf Drängen ihrer Freundin Christina (Heidi Androl, „Nicht noch ein Teenie Film“) schließt sich Maria einem Wochenendtrip mit zwei weiteren Bekannten an, die in einer eigens angemieteten Unterkunft in Arizona ihrer Feierlaune nachgeben wollen. Doch der untote Schlächter El Charro (Andrew Bryniarski, „The Texas Chainsaw Massacre“) will Maria in seinen Besitz bringen – und geht für sein Anliegen über die Leichen ihrer Begleiter.

Nach dem expressionistisch angehauchten Vorspann ist es schnell vorbei mit künstlerischer Erhabenheit. Zwar verfügt Regisseur Ragsdale über formale Überzeugungskraft, doch fehlt es seinem Film an inhaltlicher Stringenz. Die Orientierung des Auftaktdrittels am unheiligen Terrorkino der späten Siebziger Jahre weicht schnell der obligatorischen Sex- und Drogengeilheit der Protagonisten. Wenn nach langem Vorspiel endlich die Stunde El Charros schlägt, schleicht sich rasch Slasher-Routine ein. Diese Befangenheit in standardisierten Mustern ist es, die „The Curse of El Charro“ letztlich unter Mittelmaß zerrt.

Die Figuren sind Abziehbilder charakterlicher Klischees, die blutige Beseitigung selbiger dem schmalen Budget entsprechend unausgereift. Im englischsprachigen Original leiht Danny Trejo („The Devil´s Rejects“) dem verdorrten Killer die Stimme, während Motörhead-Sänger Lemmy Kilminster („M.A.R.K 13 – Hardware“) in einer Minirolle als Prediger zu sehen ist. „The Curse of El Charro“ vergeudet das Potential seiner Geschichte an inspirationslosem Dienst nach Vorschrift. Bedauerlich, denn bei Rich Ragsdales Qualitäten wäre eindeutig mehr drin gewesen.

Wertung: (4 / 10)

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