Ted (USA 2012)

ted„No matter how big a splash you make in this world, whether you’re Corey Feldman, Frankie Muniz, Justin Bieber or a talking teddy bear, eventually, nobody gives a shit.“ – „Star Trek: Next Generation“-Kapitän Patrick Stewart als Erzähler

Wenn „Family Guy“-Erfinder Seth MacFarlane einen Film fürs Kino dreht, ist Respektlosigkeit Programm. Und obwohl „Ted“ sein erster Real- und Spielfilm ist, bleibt die Titelfigur animiert. Im englischen Original trägt sie (natürlich) die unverwechselbare Stimme ihres Schöpfers. Jener Ted ist ein Bär, genauer ein Kuscheltier, das durch den Weihnachtswunsch des kleinen John Bennett auf wundersame Weise zum Leben erwacht. Die Nation nimmt großen Anteil an der unglaublichen Festtagsgeschichte, hat den plüschigen Kerl aber bald vergessen.

Jahre später fristet Ted das Dasein eines abgehalfterten C-Promis (Corey Feldman, anyone?) und lebt mit John (Mark Wahlberg, „The Fighter“) und dessen Flamme Lori (spielte an Wahlbergs Seite auch in „Max Payne“: Mila Kunis) zusammen. Was ihr gar nicht passt, ist Johns mangelnde Ambition. Anstatt nämlich die Karriere anzukurbeln, kifft er sich mit seinem Teddy lieber auf der Couch die Birne breit und glotzt alte Filme. Kurzum: Ted muss ausziehen und lernen auf den eigenen kurzen Beinen zu stehen. Den Beweis seiner Mündigkeit bleibt John trotzdem schuldig.

Was soll er auch auf der Party von Loris schnöseligem Boss („Community“-Star Joel McHale), wenn er mit Jugendidol Sam Jones (markierte den Helden in der „Flash Gordon“-Verfilmung von 1980) auf einer von Ted geschmissenen Sause die Nacht zum Tag machen kann? So folgt, was folgen muss: Enttäuschung, Trennung, Reue, Happy End. Die Formel ist abgedroschen und tatsächlich verpasst MacFarlane in Personalunion von Regisseur, Produzent und Autor die Chance, seine mit politisch unkorrektem Wortwitz gespickte Komödie letztlich kultverdächtig gegen die Konventionen Hollywoods zu bürsten.

Vor allem das Ende, bei dem Teds Entführung durch einen gestörten Vater (Giovanni Ribisi, „Lost in Translation“) und dessen fettleibigen Sohn als Beziehungs-Kit dient, wirkt fast schon ärgerlich einfallslos. Zum Klassikeranwärter reicht es also nicht. Aber das wäre vielleicht auch der Erwartung zu viel gewesen. Dabei verfügt „Ted“ über ausreichend brüllend komische Momente und natürlich auch nerdige Anspielungen. Erwähnt sei, neben den Kurzauftritten von Ryan Reynolds („Green Lantern“), Sängerin Norah Jones und Alt-Mime Tom Skerritt („Alien“), vor allem die liebevolle Nachstellung der „Saturday Night Fever“-Parodie aus „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“.

Höhepunkt ist und bleibt aber Ted, der unflätige, kein Blatt vor den Stoffmund nehmende Plüschbär, dessen Pointen so eloquent wie treffsicher unter der Gürtellinie sitzen. Der Stil ist „Family Guy“ durchaus ähnlich und um Gesangseinlagen und eine deftige Prügelei der Hauptfiguren kommt MacFarlane auch diesmal nicht herum. Das überflüssig käsige Finale wohlwollend ausgeklammert, bleibt so eine herrlich abgedrehte Komödie mit lustvollen Darstellern und einer (perfekt computeranimierten) Hauptfigur, bei der man Hasbro wirklich dankbar sein muss, dass sie ihre Spielzeuge nicht mit Genitalien ausstatten!

Wertung: (7 / 10)

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