Contraband (USA/GB/F/IS 2012)

contrabandEs wird schon alles gut werden. Im Thriller-Genre sind solch beschwichtigende Phrasen meist Stichworte unvermeidlicher Katastrophen. Garantiert todsichere Pläne sind alles, nur eben nicht todsicher. Kaum anders verhält es sich mit aus der Not geborenen Rückfällen in kriminelle Machenschaften. Auch wenn sie dem Schutz der eigenen Familie dienen. In „Contraband“, dem US-Remake des isländischen Erfolgsfilms „Reykjavík-Rotterdam“, ist es an Mark Wahlberg („The Departed“), Übel von seinen Lieben fernzuhalten und in jene Milieus zurückzukehren, von denen er sich eigentlich verabschiedet hatte. Nur wird das Potenzial der Geschichte an den typischen Konventionen Hollywoods aufgerieben.

Alles beginnt mit einer abendlichen Polizeirazzia auf einem Frachtschiff. Während sich die Beamten in Position bringen und einen Drogenspürhund an Deck heben, wirft der junge Andy (Caleb Landry Jones, „The Social Network“) eine Tasche ins Wasser. Die panische Reaktion wird nicht allein ihn, sondern auch Schwester Kate (Kate Beckinsale, „Underworld“) und vor allem deren Gatten Chris (Wahlberg) in Gefahr bringen. Denn die Tasche enthielt eine beträchtliche Menge Kokain, die für den skrupellosen Kleingangster Tim (Giovanni Ribisi, „Public Enemies“) bestimmt war. Der ist über den Verlust der Ware wenig erfreut und befördert Andy kurzerhand ins Krankenhaus.

Chris, früher selbst passionierter Schmuggler, hat sich als Monteur von Alarmanlagen eine ehrbare Existenz geschaffen. Er versucht zu intervenieren, wird jedoch selbst zur Zielscheibe Tims. Und so muss er widerwillig zurück in die Kriminalität. Den Verlust des Rauschgifts will er mit einer Ladung Falschgeld aufwiegen, die er mit einigen Komplizen (u.a. Lukas Haas, „Brick“) in Panama unbemerkt auf ein Frachtschiff schaffen will. Sein nur scheinbar treuer Freund Sebastian (Ben Foster, „The Messenger“) versucht ihn in der Heimat derweil im Hintergrund für eigene Zwecke einzuspannen und bringt Kate und die beiden Kinder in große Gefahr.

Baltasar Kormákur („A Little Trip to Heaven“), Hauptdarsteller des Originals, verfilmte den Plot um Aufopferung und Loyalität vor der industriellen Kulisse New Orleans’ neu. In grauen Handkamerabildern folgt er Chris auf seinem Weg zurück in die Kriminalität. Der ist, gemessen an der zunehmenden Erschwernis (inklusive Straßenkampf in „Heat“-Manier), nur bedingt glaubwürdig und zudem insgesamt altbekannt, im Gegenzug aber immerhin weitgehend packend geraten. Die sehenswerten Darsteller lassen die Protagonisten im Stile einer griechischen Tragödie aufeinanderprallen. Nur können sie leider nicht die Mutlosigkeit des Ansatzes kaschieren, der seine Konfliktknoten geradewegs fahrlässig klischeehaft auflöst. Aber im Kino wird ungeachtet jeglicher Düsternis am Ende eben doch meist alles gut.

Wertung: (6 / 10)

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