Sweepers (USA 1998)

sweepersGern bedienen sich B-Actionfilme politischer Subtexte, um ausgelutschten Handlungsgefügen den Schein einer humanitären Botschaft zu verleihen. Das Dolph Lundgren-Vehikel „Sweepers“ (alternativ: „The Sweeper“) bildet da keine Ausnahme. Bereits die einleitenden Texttafeln lassen den Zuschauer an der Problematik minenverseuchter Kriegsgebiete, mehr noch die Geschichte internationaler Minenräumorganisationen teilhaben. Vor allem in Afrika zeigt sich das Erbe der Bürgerkriege noch Jahre nach deren Abklang, wenn die im Erdreich verborgenen Sprengfallen eine stete Gefahr für die Zivilbevölkerung bedeuten.

Wie gewohnt dient dieser Blick auf reelle Probleme der Weltpolitik aber lediglich als Aufhänger für explosive Action nach moralisch simplem Schema. Lundgren mimt den Minenspezialisten Christian Ericson, der sich nach der militärischen Laufbahn der Organisation „The Humanitarian Order of Chivalry” anschloss. Im krisenerschütterten Angola wird er zum Auftakt in einen Rebellenangriff verstrickt, der seinen Sohn, als er panisch die Flucht ergreift und auf eine Mine tritt, das Leben kostet. Was das Kind überhaupt im Krisengebiet verloren hatte, wird wohl das Geheimnis der Schreiber bleiben.

Jahre später ist Ericson zum prügelnden Säufer verkommen. Seine speziellen Fähigkeiten werden aber ungeachtet der geistigen Verfassung verlangt, als Minenentwicklerin Michelle (Claire Stansfield, „Drop Zone“) auf Senatorengeheiß nach Angola gesandt wird, um ein Exemplar einer neuartigen, von ihr mitentwickelten Sprengfalle ausfindig zu machen. Denn deren Einsatz ist aufgrund des perfiden Auslösemechanismus kaum zu rechtfertigen. Das allerdings sieht Ericsons alter Bekannter, der vermeintlich menschenfreundliche Arzt Hopper (Bruce Payne, „Passagier 57“) samt den skrupellosen Betreibern einer Diamantenmine, völlig anders.

Der öden, kristallklar absehbaren Geschichte und soliden bis mäßigen Schauspielerleistungen steht immerhin die kompetent krawallintensive Inszenierung Keoni Waxmans („A Dangerous Man“) gegenüber. Der trotzt dem schlanken Budget souveräne B-Action ab und lässt bar jeder Logik alles explodieren, was in der Zuspitzung gefahrvoller Situationen greifbar scheint. Lundgren gibt routiniert den seelisch gebeutelten Schlagetot, macht im Angesicht des Feindes aber immer noch eine bessere Figur als in der Darstellung des gebrochenen Samariters. Das kann man sicher mit Fug und Recht behämmert finden. Allerdings hat der wuchtige Schwede schon in weit schlechteren Filmen als diesem mitgewirkt.

Wertung: (4 / 10)

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