Mercenary: Absolution (USA/RO 2015)

mercenary-absolutionJeden Tag eine gute Tat. Für den ewigen Pfadfinder Steven Seagal („A Good Man“) kein Problem. Jeden Tag ein guter Film stellt den beleibten Bartträger dagegen vor weitaus größere Herausforderungen. Verwunderlich nur, dass die Schlafmützigkeit, mit der er durch seine jüngsten Werke stapft, noch immer heuer ausreicht, um die Fanbasis zufrieden zu stellen. Aber wo keine Erwartung, da auch keine Enttäuschung. Von diesem Standpunkt aus betrachtet bietet auch „Mercenary: Absolution“ solides B-Futter. Nur muss man schon beide Augen fest zudrücken, um diesem in Osteuropa heruntergekurbelten Action-Ramsch positive Aspekte abringen zu können.

Die titelspendende Absolution will Seagals John Alexander dadurch erlangen, dass er auf seine alten Tage noch etwas wirklich Gutes vollbringt. Ein wenig stutzig machen darf das schon, schließlich hat er im Laufe seiner Karriere als Killer im Staatsdienst so vielen bösen Buben den Hahn abgedreht, dass die Welt durch sein Zutun zweifelsfrei ein besserer Ort sein müsste. Aber sei es wie es sei, von Geheimdienstler Van Horn (Howard Dell, „Once a Thief“) werden John und Partner Qi (Byron Mann, „The Man With the Iron Fists“) angeheuert, um in Odessa einen afghanischen Verbrecher auszuschalten, der terroristische Vereinigungen unterstützen soll. Als der Abtransport gen Heimat nach verrichteter Arbeit aber auf sich warten lässt, bietet sich John (natürlich) die Gelegenheit, seiner milden Seite Ausdruck zu verleihen.

Dass diese vor allem durch verbogene Arme und großzügig ausgeschenkte Handkanten geprägt ist, bedarf im Grunde keiner Erläuterung. Ausschlag gibt die junge Nadia (Adina Stetcu), die dem Folterkeller des fiesen Vinnie Jones („Midnight Meat Train“) entrinnen und gleich noch belastendes Videomaterial stibitzen konnte. John wird zu ihrem Beschützer, muss bald jedoch erkennen, dass sein Mordauftrag in Wahrheit von jenem Unmenschen erteilt wurde, vor dessen Zugriff er Nadia zu bewahren versucht. Die gewohnte Einfallslosigkeit der standardisierten Geschichte kann auch Qi kaum glauben, wenn er sich durch die ukrainische Unterwelt prügelt, nur um herauszufinden, dass die Gangsterorganisation „Syndikat“ heißt und Jones als dessen Vorsteher „Boss“ gerufen wird.

Nun ist es nicht weiter hinderlich, dass Drehbücher in diesem Metier meist schlechte Entschuldigungen für Kloppereien und Schusswaffengebrauch darstellen. Allerdings taugt die Action in diesem Falle wenig, was einmal mehr an der überschaubaren Klasse des als auch als Produzent und Co-Autor in Erscheinung tretenden Regisseurs (und Seagal-Fließband-Inszenierers) Keoni Waxman („A Dangerous Man“) liegt. Wirklich arg wird es allerdings, wenn Seagal betont tiefsinnige Dialoge schmettert und dabei wirkt, als hätte er sämtliche Glückskeksweisheiten des Erdenrunds inhaliert. Wem es also immer noch genügt, dass Seagal als Yogi Bär des B-Actionfilms immer den gleichen schlimmen Leuten die gleichen schlimmen Dinge antut, der wird auch mit „Mercenary: Absolution“ seinen Frieden finden. Ein bisschen traurig stimmen darf seine anhaltend qualitätslose Alterssicherung aber gerade aus diesem Grund.

Wertung: (2,5 / 10)

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