Supernichts – Immer wenn ich musst Du (2010, Impact Records)

supernichts-immer-wenn-ich-musst-du20 Songs in 34 Minuten: Auf ihrem siebten Langspieler verschwenden SUPERNICHTS keine Zeit. Aber eine Stärke der gern einheitlich gekleideten Kölner war schon immer, dass sie ihre Alltagsreflexionen auch in überschaubarem Rahmen stets punktgenau und ohne überflüssiges Geschmeide auserzählen können. Auf „Immer wenn ich musst Du“ strebt diese entwaffnende Fertigkeit der Perfektion entgegen. Der selbsternannte ´Urbane Asi-Pop´ gibt sich wandlungsreicher und unterhaltsamer denn je und führt das Alltagsleben in all seiner Grausamkeit augenzwinkernd ad absurdum. 

SUPERNICHTS sind ironische Beobachter, die statt simplen Parolen versteckte Bissigkeiten schmettern. Dass der raue Rotz-Gesang früherer Tage einem seichten Ohrenschmeicheln (inklusive Gast-Sängerin und Orgel) gewichen ist, macht die ungemein kurzweilige Platte zwischen akustischer Spießer-Abrechnung („Ihr mal wieder“) und treibender Gesellschaftsanalyse („Was die da oben tun ist nicht ok“) nicht weniger mitreißend. Im Gegenteil. Einnehmende Melodien umspielen die großartigen Texte, die, egal ob nun überspitzt lebensnah („Keine Art“, „Schlecht in kleinen Dingen“) oder purer Nonsens („Besa me mucho“) stets ins Schwarze treffen. Eine schlicht umwerfende Scheibe!

Wertung: (8 / 10)

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