Open Season – Get Ready – Pure Vintage Scorchers (2009, Leech Records)

open-season-get-ready-pure-vintage-scorchersWenn ich es nicht besser wüsste läge die Vermutung nahe, im Falle von „Get Ready – Pure Vintage Scorchers“ hätte sich eine alte Ska-Scheibe aus den 60ern auf meinen Schreibtisch verirrt. Denn OPEN SEASON aus der Schweiz stehen stilistisch nicht nur für die alte Zeit des Ska, sondern klingen vor allem auch so. Das gesamte Klangbild wurde förmlich um einige Jahrzehnte nach hinten verlagert. Authentischer geht es also kaum. Im Grunde fehlt jetzt nur noch ein Cocktail samt Zigarre in einer alten Strandbutze auf Jamaika, denn den dazu passenden Soundtrack liefert dieses Album.

Wenn hier eine Beschreibung zutrifft, dann ist dies „relaxt“. Mit ruhigen, beschwingten und bisweilen tanzbaren Rhythmen baut die zehnköpfige Band karibisches Flair auf. Der Schwerpunkt ihres Ska-/Reggae-Gemischs liegt eindeutig auf deren klassischer Herkunft. So wie man es von den alten Künstlern des Genres gewohnt ist. Die auf alt getrimmte Produktion – zumindest wirkt diese so – unterstreicht diesen Effekt. Die vierköpfige Bläserfraktion, bei der alleine zwei Saxophonisten involviert sind, streut gelegentlich auch jazzige Elemente mit ein („Hold Me Tight“). Der meist männliche Gesang, zwischendurch ergänzt durch eine weibliche Begleitstimme, ist klar und passt sich in Punkto Rhythmik und Stil dem Bild der 60er Jahre an.

Inmitten der 14 Songs setzt der Gesang immer wieder mal kurz aus, dann rücken bei einem Instrumentalstück wie „Beach Bar Ska“ vor allem die Bläser in den Vordergrund, doch auch das stets im Hintergrund vor sich hin wummernde Klavier gibt den Songs häufig eine bestimmte Note. Oft ist mir derartiges noch nicht zu Ohren gekommen, außer natürlich man greift auf die alten Größen des Ska zurück. OPEN SEASON rufen dieses Gefühl mit einem Album wie „Get Ready – Pure Vintage Scorchers“ unweigerlich hervor. Ein absolut relaxtes und angenehm tanzbares Album mit unglaublich viel Charme, mit dem die Schweizer ihre Vielfalt abermals unter Beweis stellen.

Wertung: (7,5 / 10)

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