Shellycoat – Rattle, Rattle Here Comes the… (2009, DIY)

shellycoat-rattle-rattle-here-comes-theJungen, frischen Bands will man am liebsten ja gar nicht wehtun, wenn diese in Eigenarbeit die ersten Songs aufgenommen und auf einen Silberling gebannt haben. Aber wenn die Produktion nicht stimmt, einfach etwas fade und drucklos klingt, dann ist das Thema fürs erste schon fast vom Tisch. Bei SHELLYCOAT aus Hamburg muss man sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Denn die haben scheinbar eine ganze Menge Arbeit und auch Geld in ihre erste EP gesteckt, was man an der durchaus guten Produktion festmachen kann. Allerdings haben alle Mitglieder in diversen Bands zuvor schon Erfahrungen sammeln können. Die erste Hürde wurde also somit schon mal genommen.

Doch auch musikalisch kann das Quintett punkten. Punkrock mit leichtem Hardcore-Einschlag im Stile von RENTOKILL oder natürlich auch diversen Vertretern aus Übersee, sofern diese auf allzu poppige Strukturen verzichten. Eingängig geht es mitunter zwar auch bei SHELLYCOAT zu, Backing-Chöre inklusive, siehe das abschließende „Lighthearted“, aber eben nicht um jeden Preis. Die sechs Songs wirken ausgereift, nicht nach Schema-F konstruiert, auch wenn unterm Strich nichts Neues zu hören ist. Was aber wichtig ist, SHELLYCOAT setzen schon mit ihrer ersten EP auf Abwechslung und Vielfalt, was sich wenigstens in den Details widerspiegelt. Hier mal ein bisschen Schreien, dort ein Mitgröl-Refrain, auch mit solchen Kleinigkeiten kann man heute noch was reißen, sofern die Gesamtmischung stimmt. Und das tut sie hier durchaus. Für eine Debüt-EP mehr als gefällig.

Wertung: (6,5 / 10)

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