Scream 2 (USA 1997)

scream2„It’s happening again, isn’t it?” – Gale Weathers

Nach dem Sensationserfolg von „Scream“ wurde der (Teen-)Slasher plötzlich wieder salonfähig. Wes Craven, der mit „Last House on the Left“, „The Hills have Eyes“ und allen voran „Nightmare on Elm Street“ (Underground-)Kinogeschichte geschrieben hatte, gelang das Kunststück, mit der ironischen Durchleuchtung des Schlitzerfilms ein Massenpublikum in die Lichtspielhäuser zu locken. Das phänomenale US-Einspielergebnis von mehr als 100 Millionen Dollar übertraf alle Erwartungen. Die Nachahmer ließen selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Doch noch bevor sich die zwangsläufig aufbrandende Welle der Epigonen daran machte seinen Erfolg zu wiederholen, legte Craven selbst nach.

„Scream 2“ kam zwei Jahre nach dem Original in die Kinos. Mit von der Partie waren sämtliche Figuren des ersten Films – sofern diese die Attacken der maskierten Killer überlebt hatten. Das Drehbuch schrieb erneut Kevin Williamson, der als neuer Star des Genres gefeiert wurde, anschließend aber vor allem Erfolge im TV („Dawsons Creek“, „The Vampire Diaries“) feierte. Gleich zum Auftakt trägt er dem Mangel an afroamerikanischen Charakteren im Vorgänger Rechnung, wenn Will Smith-Gattin Jada Pinkett („Demon Knight“) und Omar Epps („Dr. House“) im Kinosaal über die Beschaffenheit des Horrorfilms debattieren. Ausschlag gibt die Premiere von „Stab“, eine Film-im-Film-Rekonstruktion der Woodsboro-Morde.

Aber Williamsons schelmische Boshaftigkeit lässt Pinkett und Epps schnell den Tod finden. Das Grauen kann also mit einigem Augenzwinkern von vorn seinen Lauf nehmen und Sidney Prescott (Neve Campbell) auf dem Universitätscampus heimsuchen, wo sich neben dem Kommilitonen Randy (Jamie Kennedy) bald auch Reporterin Gale Weathers („Friends“-Star Courtneney Cox), Deputy Dewey (David Arquette) und der von Sidney einst der Morde verdächtigte Cotton Weary (Liev Schreiber) einfinden. Als der mysteriöse Killer seine Rückkehr ankündigt wird Sidney unter Polizeischutz gestellt. Doch weder die Beamten, noch ihr neuer Verehrer Derek (Jerry O’Connell, „Crossing Jordan“) können verhindern, dass das Leben der jungen Frau erneut in große Gefahr gerät.

In der Besetzungsliste finden sich einige Jungstars, die später vor allem im TV Karriere machen sollten: Sarah Michelle Gellar („Buffy“), Timothy Olyphant („Deadwood“) und Joshua Jackson („Fringe“). Ergänzt werden sie durch bewährte Mimen wie „Roseanne“-Schwester Laurie Metcalf und „Tron“-Schurke David Warner. Auch sie führen die weniger originelle und dennoch würdige Fortsetzung zu einem gelungenen Auskommen mit Witz, Blut und Gemeinheiten zwischen Konvention und Ironie. Manche Zitate wirken zwar aufgesetzt und auch die Auflösung scheint etwas erzwungen, insgesamt aber bildet „Scream 2“ eine für den Slasherfilm außergewöhnlich gelungene Fortsetzung.

Wertung: (7 / 10)

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