Scream 3 (USA 2000)

scream3Mit „Scream 3“ wollte Wes Craven („Nightmare on Elm Street“) der von ihm eingeleiteten Renaissance des Slasherfilms einen krönenden Abschluss bescheren. Nur leider schickte er sich mit der zweiten Fortsetzung des Sensationserfolgs an das Regelwerk des Genres neu zu definieren. Per Videobotschaft darf der in Part zwei getötete Kinofreak Randy (Jamie Kennedy) posthum die veränderten Spielregeln kommunizieren und gar Vergleiche zu „Star Wars“ bemühen. Plötzlich, so heißt es, kann auch die ewig in Todesgefahr schwebende Sidney (Neve Campbell) sterben. Allerdings sind bei George Lucas´ „Rückkehr der Jedi Ritter“ auch keine (relevanten) Hauptfiguren aus dem Lager der Guten zu Tode gekommen!

Die aufgesetzte Post-Todesbotschaft soll aber in der Rückführung auf den Ursprung der Hintergründe, respektive dem Tode von Sidneys Mutter, die Besonderheit des (vermeintlich) letzten Teils aufzeigen. Tatsächlich enthüllen Craven und der den bisherigen Drehbuchschreiber Kevin Williamson ersetzende Ehren Kruger („Transformers – Die Rache“) in der Klimax den wahren Schuldigen für die Woodsboro-Morde. Nur sind dessen Herkunft und Motiv so weit hergeholt, dass das Niveau der Vorgänger unmöglich gehalten werden kann. Wobei dies nicht allein am Täter mit der bewährten Geistermaske liegt, sondern vor allem an der mangelnden Originalität des Gesamtwerks.

Gleich zum Auftakt wird mit Cotton Weary (Liev Schreiber), mittlerweile populärer Talkmaster, eine der verbliebenen Ursprungsfiguren getötet. Er soll den maskierten Killer auf die Spur der untergetauchten Sidney führen. Als am Set von „Stab 3“, jener von den Ereignissen in Woodsboro inspirierten Film-im-Film-Aufbereitung, eine Darstellerin (Ex-Playmate Jenny McCarthy) ermordet wird, lassen die Produzenten – neben Lance Henriksen („Terminator“) kommt B-König Roger Corman („Carnosaurus“) zu einem Cameo – den Dreh stoppen. Das Morden jedoch geht weiter. Gemeinsam mit Sensationsreporterin Gale Weathers (Courteney Cox) und Ex-Deputy Dewey (David Arquette) stellt sich Sidney schließlich dem Killer und damit ihren eigenen Dämonen.

Auf eine seltsam konventionelle Art nisten sich die Macher im Anspielungspanorama der eigenen Ursprungsironie ein. Den parodistischen Witz des Originals, das unterstreichen auch die sinnfreien Auftritte von Carrie ´Prinzessin Leia´ Fisher und den Kevin Smith-Figuren Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Smith selbst), erreicht „Scream 3“ dabei jedoch nie. Eher routiniert wird die Filmindustrie aufs Korn genommen, während der Horror-Plot zu viele jener Klischees aufgreift, die die Reihe dereinst augenzwinkernd entzerrte. Misslungen ist dies um Abwechslung bemühte Sequel sicher nicht. Aber das Überraschungsmoment ist verflogen, so dass doch nur ein standesgemäßer Whodunnit-Slasher mit immerhin spielfreudiger Besetzung übrig bleibt.

Wertung: (5 / 10)

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